Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Neues didaktisches Konzept Nordwolle-Museum in Delmenhorst steht vor Wendepunkt

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 03.09.2016, 20:34 Uhr

Nach 20 Jahren soll das didaktische Konzept des Museums überarbeitet werden. Mit interaktiven und niedrigschwelligen Angeboten soll ein breiteres Publikum angesprochen werden.

Das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur feiert dieses Wochenende anlässlich seines 20-jährigen Bestehens das Museumsfest. Zum Auftakt der dreitägigen Feierlichkeiten haben am vergangenen Freitag der Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk und Oberbürgermeister Axel Jahnz in ihren Grußworten über die Bedeutung und Perspektive des Delmenhorster Museums für das Stadtbild gesprochen.

Konzept zwar vorbildlich – aber in 20 Jahren kaum aktualisiert

So steht das Nordwolle-Museum, das sich aus Fabrik- und Stadtmuseum zusammensetzt, laut Jöhnk vor einem Wendepunkt. „Die Dauerausstellung wurde seit der Eröffnung vor 20 Jahren kaum aktualisiert. In der Regel werden Museen nach 10 bis 15 Jahren inhaltlich und räumlich neu gestaltet“, erklärt der Museumsleiter, der seit Januar 2015 im Amt ist. Zwar wurde das Konzept seiner Zeit vorbildlich und zeitlos gestaltet, befindet sich jedoch auf den damaligen Standards. „Das Museum muss nun neu gedacht und entwickelt werden“, sagt Jöhnk. Details zu Inhalten und zur Museumsgestaltung seien aber noch nicht spruchreif, sagte Jöhnk.

Museum einem breiteren Publikum zugänglich machen

Sein langfristiges Ziel ist es, die Vermittlungsansätze niedrigschwelliger zu gestalten, um die Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen. „Wir sind seit einem Jahr mit einem Berliner Gestaltungsbüro in Kontakt und überlegen wie das Haus umgestaltet werden kann“, verrät er. Schließlich besitzt das Nordwolle-Museum, als das größte und wichtigste Museum für Industriegeschichte in Nordwestdeutschland, so Jöhnk, eine Leuchtturmfunktion. „Wenn Delmenhorster nach Identität suchen, ist das Museum der Anlaufpunkt“, erklärt Jöhnk.

Hoffen auf den Rat

Auch für Axel Jahnz ist das Museum auf der Nordwolle von großer Bedeutung für das Stadtbild. „Ich bin froh über den Einsatz der Ehrenamtlichen und Förderer des Museums. Damit pflegen sie das Image der Stadt“, lobt er. Zudem unterstützt der Oberbürgermeister den Plan das Museum attraktiver zu gestalten und hofft, dass der Delmenhorster Rat die geplanten Veränderungen mitträgt. Jahnz: „Das muss es uns wert sein.“

Das Museumsfest am Sonntag – (fast) vergessene Kinderspiele und Hockey

„So haben Kinder früher gespielt“ ist der Titel des Museumsprogramms am Sonntag.

Von 14 bis 17 Uhr können beim Familientag zahlreiche Kinderspiele von früher, wie „Reifenschlagen“, „Dosenwerfen“ oder „Erbsen klopfen“, gespielt werden.

Zusätzlich stellt der Hockey-Club Delmenhorst, der 1904 von englischen Volontären der Nordwolle gegründet wurde, ab 14 Uhr sich und den Hockey-Sport vor.