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Neues Geschäft für Delmenhorst Politik öffnet Weg für Store an Bremer Straße

Von Marco Julius | 10.07.2015, 08:43 Uhr

Ein Store mit einer Verkaufsfläche von rund 520 Quadratmetern könnte an der Bremer Straße entstehen. Die Politik hat sich dabei gegen die Verwaltung durchgesetzt.

An der Bremer Straße könnte ein sogenannter „Multi Channel Store“ entstehen. Der Planungsausschuss hat am frühen Donnerstagabend mit großer Mehrheit den Vorschlag der Verwaltung abgelehnt, für Flächen beidseitig der Bremer Straße im Bereich Efeu-, Stadthof-, Heinrich-, Tulpen- und Lilienstraße einen Bebauungsplan aufzustellen. Dieser B-Plan hätte unter anderem festgesetzt, dass selbstständige Einzelhandelsbetriebe mit einem innenstadt- oder nahversorgungsrelevanten Hauptsortiment mit einer Geschossfläche nur bis zu einer maximalen Größe von 250 Quadratmeter je Grundstück zulässig wären.

Welt der Biere

Damit wäre das Vorhaben, dass sich am Grundstück Bremer Straße 51 (ehemaliges Autohaus Reimann) ein sogenannter „Multi Channel Store“ ansiedelt, also ein Gebäude mit einem „Laden-im-Laden-System“, das einen 320 Quadratmeter großen Getränkemarkt, einen Extra-Bereich „Craftbeer – Welt der Biere“, einen gesondert gestalteten Spirituosen-Bereich und einen Kiosk – mit einer Gesamtverkaufsfläche von 460 Quadratmetern – plus einem Paketdienst-Shop und einem Veranstaltungs- und Partyservice mit zusammen weiteren 60 Quadratmetern Grundfläche vom Tisch gewesen. Ebendies wollte die Politik nicht – mit Ausnahme von Marianne Huismann (Grüne), die mahnte, so schwäche man die Innenstadt und schaffe auch zu den Geschäften an der Bremer Straße Konkurrenz. Parteiübergreifend herrschte die Meinung, die Andreas Neugebauer (Piraten) formulierte: „Wir haben eine freie Wirtschaft, wir haben den Wettbewerb, Vielfalt ergänzt den Markt.“

Store ist genehmigungsfähig

Fachbereichsleiter Fritz Brünjes hatte vor der Abstimmung deutlich gemacht, dass der Multi-Channel-Store baurechtlich genehmigungsfähig sei, wenn die Politik den Vorschlag der Verwaltung ablehne. Er hatte zudem betont, dass das Einzelhandelsentwicklungskonzept der Stadt mit so einem großen Store nicht im Einklang sei. Deshalb müsse der Rat am Ende eine Entscheidung herbeiführen. Ein von CDU und SPD vorgelegter Antrag zur Aktualisierung des bestehenden und in die Jahre gekommenen Einzelhandelsentwicklungskonzeptes (beschlossen im Februar 2008) soll in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses beraten werden. Brünjes signalisierte bereits, dass das Konzept „sicher überarbeitet werden muss“, machte aber auch seinen Standpunkt deutlich, dass das auf den vorliegenden Fall keine Auswirkungen hätte.