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Neujahrsempfang der Bundeswehr Delmenhorster Kommandeur spricht live aus Afghanistan

Von Michael Korn | 19.01.2018, 18:14 Uhr

Mit einer Videoliveschaltung ins afghanische Auslandseinsatzgebiet Delmenhorster Soldaten hat die hiesige Bundeswehr am Freitag, 19. Januar 2018, ihre rund 120 Gäste beim Neujahrsempfang in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne überrascht.

Mit einer Videoliveschaltung ins afghanische Auslandseinsatzgebiet Delmenhorster Soldaten hat die hiesige Bundeswehr am Freitag, 19. Januar 2018, ihre rund 120 Gäste beim Neujahrsempfang in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne überrascht. Zugeschaltet aus der Militärbasis Masar-e Sharif war der Kommandeur des Adelheider Logistikbataillons, Oberstleutnant Stephan Fey, der dort zurzeit auch das Kommando über das internationale Truppenkontingent führt. Fey berichtete von einem zwar risikoreichen, aber erfolgreichen Einsatz und unversehrten Delmenhorster Soldaten. Im März ist die Rückkehr in den Heimatstandort vorgesehen.

Gute Integrationsarbeit

Vor Ort begrüßte Feys Stellvertreter Oberstleutnant Raik Philipp die Gäste mit den Bürgermeistern Hermann Thölstedt (Delmenhorst) und Alice Gerken (Ganderkesee) sowie Oberst Betz von der Logistikschule Garlstedt an der Spitze. Philipp lobte eingangs das enge Miteinander und die gemeinsamen Anstrengungen von Garnison und Stadt zur Aufnahme von Flüchtlingen in einem abgetrennten Kasernenbereich: „Es wurde ein solides Fundament guter Integrationsarbeit geschaffen“. Derzeit leben 125 Flüchtlinge im Standort.

Debatte über Kasernenamen

Gemeinsam mit der Stadt habe sich die Garnison auch mit dem Traditionsverständnis der Streitkräfte auseinandergesetzt – ausgelöst vom Terrorismusverdacht innerhalb der Bundeswehr, so Philipp. Für den Standort habe dies bedeutet, sich einer Diskussion um den Namensgeber, Feldwebel Lilienthal, zu stellen. Mehrheitlich sei vereinbart worden, den Kasernennamen vorerst beizubehalten. Eine endgültige Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums im Rahmen eines neuen Traditionserlasses stehe jedoch noch aus. Philipp bekräftigte das eigene Traditionsverständnis am Standort und die Rolle der hiesigen Soldatinnen und Soldaten als „fester Bestandteil der Gesellschaft“. Im vergangenen Jahr habe die Garnison besonders gefreut, dass in Ganderkesee ein öffentliches Gelöbnis stattfinden konnte. 

Teil von NATO-Task-Force

Wie das vergangene Jahr wird laut Philipp auch 2018 von Auslandseinsätzen für das Logistikbataillon geprägt sein: 300 Soldaten sind als Teil eines schnellen NATO-Eingreifverbandes vorgesehen, der nach der Ukraine-Krise aufgestellt wurde. Das Bataillon wird darüber hinaus den Aufbau einer zusätzlichen Transportkompanie vorantreiben und somit zum größten deutschen Logistikverband anwachsen.