Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Neujahrsempfang in Delmenhorst KAB St. Christophorus: Zukunft mitgestalten

Von Marco Julius | 10.01.2016, 14:39 Uhr

Ein Plädoyer für nachhaltiges Leben und Arbeiten hat Stephan Eisenbart beim KAB-Neujahrsempfang gehalten. Jeder könne einen Beitrag leisten.

„Christliche Soziallehre in Gesellschaft und Politik“ stand als Titel über dem Vortrag, den Stephan Eisenbart gestern beim Neujahrsempfang der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) St. Christophorus hielt. Dr. Michael Adam, der als Gastgeber einführende Worte sprach, konnte im Gemeindesaal rund 50 Gäste begrüßen, darunter die CDU-Landtagsabgeordnete Annette Schwarz.

Leitmotiv: Gut wirtschaften

Die Gäste folgten dem Vortrag Eisenbarts, KAB-Landessekretär Oldenburg mit Büro in Vechta, der nicht nur die Arbeit der KAB in den Vordergrund rückte, sondern ausführlich darlegte, was die KAB mit ihrem Leitmotiv „Gut wirtschaften“ bezweckt, das bereits seit dem vergangenen Jahr die Agenda der Bewegung bestimmt.

„Der relativ moderne Begriff der Nachhaltigkeit ist mittlerweile auch in der christlichen Soziallehre fest verankert“, sagte Eisenbart. Die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit bestimme daher auch das Handeln der KAB. „Die Wirtschaftsweise unserer Gesellschaft schließt viele Menschen aus, sie zerstört unsere Welt“, betonte Eisenbart nicht nur mit dem Blick auf den Klimawandel und verwies auf Papst Franziskus, der mit den Worten „Diese Wirtschaft tötet“ Aufsehen erregt hatte.

Fünf Leitsätze

Fünf Leitsätze skizzierte Eisenbart: Zunächst gäbe es auf der Welt kein Knappheits-, sondern ein Verteilungsproblem. Wirtschaft sei zudem kein Selbstzweck, sondern müsse stets den Mensachen dienen. Die Schöpfung dürfe nicht zerstört werden, man müsse sorgsam mit ihr umgehen. Zudem brauche die Wirtschaft keinen Verdrängungs-, sondern einen Kooperationswettbewerb. Darüber hinaus müsse die Wirtschaft demokratisch gestaltet sein. Eisenbart kritisierte dabei vor allem die geplanten Freihandelsabkommen.

Krieg, Verfolgung und Armut bekämpfen

Ungerechtigkeiten, so der Referent, gäbe es überall auf der Welt, auch in Deutschland. So sprach er unter anderem das Problem der Werkvertragsarbeiter in der Lebensmittel- und Fleischindustrie an. Die Schere zwischen arm und reich gehe auseinander. Eisenbart erinnerte auch an die Flüchtlingsströme und die Ursachen dafür. Politik müsse ihr Handeln so ausrichten, dass Krieg, Verfolgung und Armut bekämpft werden.

Zukunft mitgestalten

Er warb auch für den fairen, weltumspannenden Handel. Nachhaltig leben und arbeiten sei die Maxime, nach der es zu handeln gelte. Die KAB wolle die Zukunft mitgestalten. „Was kommt, soll so sein, dass es bleiben kann“, sagte Eisenbart. Damit es dazu kommt, könne jeder Bürger mit kleinen Schritten bei sich selbst beginnen.