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Neujahrskonzert in Gutsscheune Varrel Wien und Moskau im musikalischen Schulterschluss

Von Dirk Hamm | 07.01.2018, 21:21 Uhr

Das Neujahrskonzert der Klassischen Philharmonie Nordwest in Varrel hat sich erneut als Publikumsmagnet erwiesen. Neben den Standards wurde auch Besinnliches geboten.

Für zahlreiche Musikliebhaber aus Stuhr und umzu ist es so etwas wie ein jährliches Ritual: Kurz nach dem Jahreswechsel kommt die Klassische Philharmonie Nordwest in die Gutsscheune Varrel und begeistert mit einem ebenso beschwingten wie hochkarätigen Neujahrsprogramm.

Nicht anders war es am Sonntagnachmittag, rund 500 Zuschauer pilgerten zur Gutsscheune. Das Neujahrskonzert war ausverkauft, trotzdem bildete sich am Eingang eine lange Schlange von Klassikfreunden, die keine Karten besaßen. Kurzfristig wurden noch einige zusätzliche Stühle aufgestellt.

Zirkusmarsch animiert zum Mitklatschen

Mit dem „Einzug der Gladiatoren“, 1899 vom Tschechen Julius Fucik komponiert, ging es direkt schmissig los. Die Komposition ist vor allem als Zirkusmarsch bekannt und animierte zum Mitklatschen.

Dann wandte sich Dirigent Ulrich Semrau an die Besucher und gab die Richtung für das Neujahrskonzert vor: „Im heutigen Programm suchen wir den Schulterschluss zwischen der österreichischen Donaumonarchie und dem russischen Zarenhof, zwischen Wien und Moskau.“ Strauß und Brahms hier, Tschaikowski da, das war die stimmige Mischung an diesem Nachmittag.

Erwartungen mit Wiener Standards erfüllt

Als Solist sorgte der langjährige musikalische Partner des mit Musikern aus zehn Nationen besetzten Orchesters, Ausnahmecellist Johannes Krebs, für die besonderen Momente des Konzerts. Sein virtuoses Spiel kam vor allem in den Rokoko-Variationen von Peter Tschaikowski zur Geltung. Mit Max Bruchs Rhapsodie über das jüdische Gebet „Kol Nidre“ setzten Orchester und Solist einen zu Herzen gehenden, besinnlichen Akzent.

Ohne die Neujahrs-Standards aus der Familie Strauß kann ein Neujahrskonzert nicht auskommen. Die Klassische Philharmonie Nordwest erfüllte die Erwartung des Publikums unter anderem mit „An der schönen blauen Donau“ und dem „Radetzky-Marsch“ als finaler Zugabe.