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Neunmal Jugendarrest verhängt Immer mehr junge Delmenhorster schwänzen die Schule

Von Sonia Voigt | 22.02.2017, 12:13 Uhr

Die Zahl der Schüler, die es mit der Schulpflicht nicht so genau nimmt, steigt in Delmenhorst leicht, aber kontinuierlich an. Doch zur letzten Konsequenz des Arrests greift das Amtsgericht seltener.

Die Zahl der Delmenhorster Schüler, die den Unterricht schwänzen, nimmt kontinuierlich leicht zu. Doch immer weniger verletzen ihre Schulpflicht so hartnäckig, dass sie dafür in den Jugendarrest wandern. Auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet die Stadtverwaltung von 408 Fällen von „Schulabstinenz“, die Delmenhorster Schulen bisher im Schuljahr 2016/2017 gemeldet haben. Zum Vergleich: 528 Fälle waren es im gesamten Schuljahr 2015/16, im Jahr davor zählte die Stadtverwaltung 514 solcher Anzeigen.

Zahl der angeordneten Arreste sinkt von 36 auf neun

Oft bleibt es nicht bei einer Anzeige, sondern die betroffenen Schüler fehlen wiederholt. Von den 528 Fällen im Schuljahr 2015/16 sind 250 Doppelfälle, in denen die Schülerinnen und Schüler „zwei, drei, vier oder in Einzelfällen auch mehr Verfahren haben“, fasst Stadtsprecher Timo Frers zusammen. Neun Schüler trieben es dabei so weit, dass das Amtsgericht in letzter Konsequenz einen Arrest verhängte. Diese Zahl war mit 36 Fällen im Schuljahr 2014/15 sogar noch deutlich höher.

464 Mal verhängte die Stadt Bußgelder ab 50 Euro

Ein Arrest wird aber erst verhängt, wenn vorherige Konsequenzen wie Bußgelder und Sozialstunden nicht wirken. Da das Schwänzen eine Ordnungswidrigkeit ist, kann es mit einem Bußgeld belegt werden. Dieses beträgt im ersten Verfahren 50 Euro, im zweiten 100 Euro und für jedes weitere Verfahren je 50 Euro mehr. „In 2015/16 wurden 464 Bußgelder verhängt“, berichtet Stadtsprecher Frers. Zahlen müssen bis der Jugendliche 14 Jahre alt ist die Eltern, danach erhält der Jugendliche selbst den Bußgeldbescheid.

Jugendliche können Sozialstunden leisten

Wenn sie nicht zahlen können oder wollen, haben Jugendliche ab 14 Jahren die Möglichkeit, das Bußgeld vom Amtsgericht in Sozialstunden umwandeln zu lassen. Dabei entsprechen 50 Euro sechs Stunden sozialer Arbeit. 148 Mal wurde im Schuljahr 2015/16 laut Stadtverwaltung dieser Weg gewählt. Nur wenn Bußgelder nicht bezahlt und Sozialstunden nicht abgeleistet werden, folgt in letzter Konsequenz der Jugendarrest.