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„Neuzeitliche Formgebung“ Wollepark sollte einst Delmenhorsts Aushängeschild werden

Von Thomas Breuer | 26.04.2017, 19:23 Uhr

Komfortable, familiengerecht Wohnungen sollten es werden, „nach den modernsten Erkenntnissen neuzeitlicher architektonischer Formgebung und Stadtplanung“. Mit diesen Worten umschrieb das dk im Juli 1968 die Planungen der Wohnungsbaugesellschaft „Neue Heimat“ für den Wollepark und zeigte ein Modell für das rund 45.000 Quadratmeter große Areal.

Die Stadt hatte das Gelände erworben, um Platz zu schaffen für den Ausbau der Nord-Süd-Verbindung durch die Stadt. Etwa 15 alte Wohnhäuser hatten dafür weichen müssen.

Als am 27. August 1969 der Grundstein für das Großprojekt gelegt wurde, gab sich gar der Bundesminister für Wohnungswesen und Städtebau, Lauritz Lauritzen, die Ehre. „Möge dieses Projekt ein entscheidender Helfer sein zur Bewältigung der Wohnungsnot in Delmenhorst“, sagte er. Oberbürgermeister Ernst Eckert wertete das Projekt am Wollepark als „Visitenkarte der Stadt“.

1500 Wohnungen für 120 Millionen Mark

In mehreren Abschnitten entstanden insgesamt fast 1500 Wohnungen für rund 120 Millionen D-Mark. 1996 übernahm die Hamburger Jürgens KG mehr als 1000 Wohnungen von der Deutschen BauBeCon, wie die Neue Heimat seit 1993 hieß. Doch schon 1999 musste Jürgens Insolvenz beantragen, ein Zwangsverwalter wurde eingesetzt. Erste Objekte kamen bereits 2001 ergebnislos unter den Hammer. Forderungen der Hypo Real Estate an Jürgens gingen später auf die texanische Investmentgesellschaft über.

Sanierungsgebiet seit 2000 festgelegt

Bereits im Jahr 2000 hat die Stadt das Sanierungsgebiet Wollepark förmlich festgelegt. Seit 2013 erhöhte sie den Druck und forderte den Rückbau für einzelne Hochhäuser ein. Mitte 2015 ersteigerte sie die Immobilien Am Wollepark 1-5 für rund 625.000 Euro.