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Nicht schuldfähig Fall um suizidgefährdete Delmenhorsterin endet mit Freispruch

Von Ole Rosenbohm | 22.11.2017, 17:58 Uhr

Nach zwei Jahren ist nun ein Prozess vor dem Amtsgericht Delmenhorst zu Ende gegangen. Eine selbstmordgefährdete Delmenhorsterin sollte vor zwei Jahren in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Als Polizei, Notarzt und Feuerwehr sie abholen, eskalierte die Situation.

Ein ungewöhnlicher und wegen einer fast durchgeführten Selbsttötung auch sehr trauriger Fall hat jetzt nach fast zwei Jahren mit einem Freispruch seinen Abschluss vor dem Amtsgericht Delmenhorst gefunden. Angeklagt war eine erwachsene Frau wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Beleidigung. Freigesprochen wurde sie letztlich, berichtete Gerichtssprecher Thomas Pünjer, da ein Sachverständigen-Gutachten psychiatrische Vorerkrankungen und damit ihre Schuldunfähigkeit feststellte.

Frau fügte sich mit Brotmesser selbst Schnitte zu

Notarzt, Feuerwehr und Polizisten hatten die Frau in ihrer Delmenhorster Wohnung vor knapp zwei Jahren eilig aufgesucht: Denn Dritten gegenüber hatte die Angeklagte Suizidabsichten geäußert, daraufhin sollte die Frau in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Die aber wehrte sich gegen den Zwang. Als sie ein Brotmesser in der Hand hatte, wichen die Polizeibeamten zurück, die Delmenhorsterin flüchtete aus dem Raum und fügte sich danach selbst Schnitte am Hals zu. In den Rettungswagen wollte die aufgelöste Frau damals aber nicht, beschimpfte die Polizisten, auch die Rettungskräfte der Feuerwehr. Daraus strickte die Staatsanwaltschaft dann die Anklage wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Die Bedrohung mit dem Messer war aber nicht Gegenstand der Anklageschrift.

Fall wurde mehrfach verhandelt

Mehrfach wurde der Fall danach vor Gericht verhandelt. Ein Ende fand der Prozess erst mit dem Gutachten zur Schuldfähigkeit der Angeklagten. In dem stellte der Sachverständige die psychiatrischen Vorerkrankungen bei der Angeklagten fest. „Nicht schuldfähig“ sei sie darum laut Amtsgericht. Darum folgte nun der Freispruch.