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Noch viele offene Fragen Delmenhorster Politik ringt um Kunstrasenplatz

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 25.11.2016, 18:29 Uhr

Die Fußballvereine in Delmenhorst brauchen einen Kunstrasenplatz. Darüber ist sich ein Großteil der Politik einig. Viele offene Fragen verhindern aber noch eine zügige Umsetzung.

Wie teuer wird ein Kunstrasenplatz für die Delmenhorster Fußballvereine? Wo würde dieser gebaut? Welche Mannschaften dürften ihn nutzen? Diese Fragen gilt es zu beantworten, bevor ein derartiger Platz in der Stadt entstehen kann. Im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur wurde am Donnerstag ein erster Schritt unternommen, um Antworten zu finden. Die FDP hatte ursprünglich beantragt, 500.000 Euro für den Bau des Platzes in den Haushalt für 2017 einzustellen. Dies wurde jedoch bereits zurückgenommen, bevor es überhaupt zu einer Beratung kam. Zunächst soll die Verwaltung nun prüfen, ob Fördermittel zur Verfügung stehen und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen. Dies formulierten FDP und CDU in einem gemeinsamen Antrag.

Sportstättenentwicklungsplan gefordert

Dieser wurde auch mehrheitlich angenommen, lediglich Edith Belz (Linke) stimmte dagegen, die AfD enthielt sich. „Wir sollten nicht Geld für einen Platz ausgeben, wenn viele Vereine Bedarf haben“, sagte sie in Bezug auf die vielen anderen sanierungsbedürftigen Sportstätten in Delmenhorst. Uwe Dähne (UAD) argumentierte in die gleiche Richtung: Er sehe zwar den Bedarf für einen Kunstrasenplatz, aber auch die Probleme anderer Sportstätten. Er forderte die Verwaltung auf, endlich ein Sportstättenentwicklungsplan vorzulegen. „Solche Begehrlichkeiten müssen in ein Entwicklungskonzept eingearbeitet werden, damit die Vereine wissen, wann ihre Sportstätte an der Reihe ist.“ Zustimmung erhielt er dafür von Antje Beilemann (SPD): „Der Entwicklungsplan müsste längst vorliegen. Das spricht aber nicht gegen eine gleichzeitige Prüfung des Kunstrasenplatzes.“

Skepsis beim Stadtsportbund

Skepsis erntete die Planung von den beratenden Mitgliedern aus dem Sportbereich. „Es gibt eine ganze Reihe von Bedarfen in verschiedenen Sportstätten“, sagte Richard Schmid (Stadtsportbund). Es sei Vereinen anderer Sportarten nur schwer zu vermitteln, warum sie hinten anstehen sollten. Als Beispiel führte er die Tartanbahn des Stadions an, die seiner Einschätzung nach nur noch zwei bis drei Jahre hält. Auch der Boden der IGS-Halle sei wellig und voller Löcher. Heinrich Grotheer (ebenfalls Stadtsportbund) forderte, dass vor einem Bau geklärt werden muss, welche Vereine Zugriff auf den Kunstrasenplatz haben.

Verwaltung hat bereits Gespräche geführt

Fachbereichsleiter Hero Mennebäck begrüßte den Antrag zum Kunstrasenplatz. Es hätten bereits Vorgespräche stattgefunden. Die möglichen Kosten für mehrere Standorte würden aktuell berechnet. „Wir werden bis zu den Haushaltsberatungen Zahlen liefern können“, versprach er. Beim Sportstättenentwicklungsplan drückte er sich zurückhaltender aus: Es müssten sehr viele verschiedene Aspekte beachte werden, von Dächern von Sporthallen über die Heizungsanlagen bis hin zu den Anforderungen für verschiedene Sportarten. Es sei schwierig, ein Dach mit einer Flutlichtanlage zu vergleichen. „Es sind ganz viele Faktoren gegenüberzustellen“, so Mennebäck.