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NSU Thema in Delmenhorst Ausstellung zeigt Gefahren des Rechtsextremismus

Von Marco Julius | 27.10.2016, 12:00 Uhr

Der Kriminalpräventive Rat (KPR), das „Breite Bündnis gegen Rechts – Delmenhorst bleibt bunt“ und die Volkshochschule (VHS) Delmenhorst haben die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ nach Delmenhorst geholt.

Die Schau wird am Freitag, 28. Oktober 2016, um 19 Uhr im Lichthof der VHS eröffnet.

Bildreiche Wanderausstellung

Die bildreiche Wanderausstellung setzt sich auf 22 Tafeln mit den Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in den Jahren 2000 bis 2011 sowie der gesellschaftlichen Aufarbeitung nach dem Auffliegen der NSU im November 2011 auseinander.

Biografien der Mordopfer

Im ersten Teil der Ausstellung werden die Biografien der zehn Mordopfer vorgestellt. Auch deren Angehörige kommen zu Wort. Weitere Tafeln beschäftigen sich mit den Bombenanschlägen in Köln sowie den Banküberfällen, durch die unschuldige Menschen teilweise lebensbedrohlich verletzt wurden.

Neonazistisches Netzwerk

Der zweite Teil der Ausstellung beleuchtet die Neonazi-Szene der 1990er-Jahre sowie die Hilfeleistungen an den NSU-Kern aus einem neonazistischen Netzwerk. Dargestellt werden auch, weshalb die Mordserie nicht aufgedeckt wurde, sowie der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Themenkomplex, nachdem die neonazistische Terrorgruppe entdeckt wurde.

Ausstellung bis zum 18. November zu sehen

Die Wanderausstellung ist in den Jahren 2012 und 2013 von Birgit Mair im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) erstellt und im November 2013 in Nürnberg eröffnet worden. Es ist die dritte Ausstellung, die die Sozialwissenschaftlerin und Rechtsextremismus-Expertin im Auftrag des Instituts erstellt hat. Die Schau wurde bisher bundesweit mehr als 100 Mal gezeigt.

Die Ausstellung ist bis zum 18. November in der VHS zu sehen und meistens von montags bis freitags in der Zeit von 8.30 bis 21.30 Uhr geöffnet. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Um Altersgenossen selbstständig durch die Ausstellung führen zu können, werden 15 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums an der Willmsstraße zu Schüler-Coaches ausgebildet. Die fünfstündige Schulung übernimmt Ausstellungsinitiatorin Mair.

Begleitband erhältlich

Der Begleitband zur Ausstellung kann zum Preis von fünf Euro zuzüglich Porto über die Internetseite www.opfer-des-nsu.de bestellt werden. Für weitere Informationen zu kostenlosen Gruppenführungen oder Beratungen können sich Interessierte an KPR-Geschäftsführerin Ruth Steffens unter Telefon (04221) 992519 oder per E-Mail an kpr@delmenhorst.de wenden.