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Obdachlose in Bremen frisiert Aktion von Delmenhorster Friseur findet Nachahmer

Von Eyke Swarovsky | 14.07.2015, 13:16 Uhr

Mit seiner Aktion, Obdachlosen am Bremer Hauptbahnhof unentgeltlich die Haare zu schneiden, hat der Delmenhorster Friseur Ümit Akbulut eine Welle der Solidarität ausgelöst. Jetzt präsentiert er ein Video von seinen Begegnungen in Bremen.

„Mit so einem großen Feedback habe ich nicht gerechnet“, resümiert Ümit Akbulut rund eine Woche nach seiner Aktion am Bremer Hauptbahnhof. Er hatte dort Obdachlosen angeboten, ihnen kostenlos eine neue Frisur zu verpassen .

Die Aktion ging wie ein Lauffeuer durch die sozialen Netzwerke. Tausende „Likes“ und Kommentare kamen binnen weniger Stunden zusammen. In allen war ein gemeinsamer Tenor zu erkennen: „Eine tolle Aktion.“

Frau gab den Anstoß

Auslöser zu der Aktion sei Ümits Frau Charmaine gewesen, erzählt der Friseur im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es war dieser eine Satz, bei dem es Klick bei mir gemacht hat“, sagt Akbulut. Dieser Satz lautete: „Hör auf, deine Ideen zu verschenken!“ In dem Moment habe er den festen Entschluss gefasst, Dinge auch durchzuziehen, anstatt nur davon zu träumen. „Jetzt kann ich sagen, es war gut, auf sie gehört zu haben“, so der Friseur.

Kollegen springen auf Zug auf

Schnell meldeten sich andere Friseure aus Bremen und Bremerhaven bei Akbulut. Sie boten ihre Unterstützung und ihr Material an für weitere Aktionen. Akbulut: „Ich habe da anscheinend einen Stein ins Rollen gebracht, von dem man gerade noch nicht genau weiß, wo er hinrollen wird.“ Und trotzdem sind konkretere Pläne bereits durchdacht. „Ich könnte mir so etwas in der Art eines Apothekennotdienstes vorstellen“, sagt Akbulut. In regelmäßigen Abständen könnten mehrere Friseure im Rotationsprinzip ihre Dienste anbieten. „Damit hätte man dann auch auf jeden Fall etwas Bleibendes geschaffen“, sagt Akbulut. „Das sollen aber keine Werbe-Veranstaltungen werden“, fügt er an. Es sei zwar schön, dass auch die Medien der Aktion im Moment so viel Aufmerksamkeit schenkten, aber es sollte „doch eigentlich etwas ganz Normales sein.“

Video zeigt Arbeit

Akbuluts Freunde Marian Richter und Kevin Heinzelmann begleiteten den Friseur mit Foto- und Videokamera, um den Tag in Bildern festzuhalten. Das Ergebnis ist seit dieser Woche zu sehen.