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Offener Brief aus Delmenhorster Krankenhaus JHD-Chefärzte besorgt über Debatte um Frauenklinik

Von Sonia Voigt | 15.01.2019, 20:32 Uhr

In einem offenen Brief an den Aufsichtsrat und die Fraktionsspitzen des Stadtrats stellen sich die Chefärzte des Josef-Hospitals Delmenhorst (JHD) hinter Geschäftsführer Florian Friedel. Die Debatte um die Neubesetzung des Chefarztpostens in der Frauenklinik erfülle sie mit Sorge.

Die Besorgnis der elf unterzeichnenden Chefärzte richtet sich dabei nicht auf die Zukunft der Geburtsmedizin am städtischen Krankenhaus nach dem Ausscheiden der sehr gut angesehenen bisherigen Chefärztin der Frauenklinik Dr. Katharina Lüdemann. Die Mediziner kritisieren, dass „die ständige öffentliche Diskussion über interne Belange“ Patienten und Angehörige verunsichere und Mitarbeiter belaste. Zuvor hatte es Kritik aus der Politik aber auch eine Online-Petition mit gut 1200 Unterzeichnern gegen den Chefarzt-Wechsel gegeben.

Unterzeichner wollen „Raum und Ruhe“

„Das Josef-Hospital ist auf einem guten Weg. Wir wünschen uns den Raum und die Ruhe, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen“, betonen die Chefärzte in ihrem am Montag aufgesetzten Schreiben. Die Diskussion um Lüdemanns Nachfolger Dr. Aref Latif, der auch erfahrener Geburtshelfer ist, aber am JHD besonders den Bereich der operativen Gynäkologie ausbauen soll, bewirkte das Gegenteil.

Geschäftsführer im ständigen Austausch

Dafür geriet auch JHD-Geschäftsführer Florian Friedel in die Kritik, hinter den sich die Unterzeichner des offenen Briefs demonstrativ stellen. Ihr Vertrauen in Friedels Urteilsvermögen sei groß: „Mit Herrn Friedel hat das Josef-Hospital einen Geschäftsführer an seiner Spitze, der keine einsamen Entscheidungen fällt, sondern im ständigen Austausch mit uns steht.“ Es gehöre zum respektvollen und fairen Umgang, dass Personalangelegenheiten nicht detailliert öffentlich erläutert werden können. „Wir haben in der Vergangenheit gern mit Frau Dr. Lüdemann zusammengearbeitet“, schreiben die Chefärzte, „freuen uns nun aber auch, mit Herrn Dr. Latif einen erfahrenen neuen Kollegen für unser Haus gewonnen zu haben.“

Medizinische Qualität und Wirtschaftlichkeit vereinbaren

Es müsse nun darum gehen, weiter medizinische Qualität und Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren und so die „wohnortnahe Krankenversorgung für Delmenhorst langfristig zu sichern“, betonen die elf Unterzeichner des offenen Briefs.