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Offener Brief der Mitbewerber Gegenwind für Fitness-Park-Pläne in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 29.08.2016, 19:46 Uhr

Die Pläne der Bremer Firmengruppe Fitness Park, an der Annenheider Allee zwischen dem TÜV und der Einmündung zum Reinersweg bis Ende 2017 ein 4200 Quadratmeter großes Fitness- und Wellnesscenter samt Kletterpark zu errichten, stoßen bei einer Vielzahl in Delmenhorst ansässiger Betreiber von Fitnessstudios und Physiotherapiepraxen auf wenig Gegenliebe.

In einem offenen Brief, der am Montagnachmittag vor dem Rathaus an Oberbürgermeister Axel Jahnz übergeben wurde, fordern sie ihn und den Stadtrat auf, die Ansiedlung zu verhindern. Dies auch mit dem Argument, dass es allein elf Fitnesseinrichtungen sowie zahlreiche Physiotherapiepraxen in einem Umkreis von bis zu dreieinhalb Kilometern geben würde.

Große Dichte vergleichbarer Einrichtungen

Die Ansiedlung eines großen Fitness Parks , so Claudia Kröger vom Sportzentrum Workout, würde aber nicht nur private Unternehmen schwächen. Die zwölf Betriebe, die den offenen Brief unterzeichnet haben, verweisen auch auf mögliche Schäden für „das bereits kränkelnde Vereinswesen“ mit seinen ähnlichen Leistungen und Angeboten. „Auch die heutige Grafttherme“, heißt es in dem Schreiben, „sollte mit Ihren Angeboten hierbei sicherlich nicht außer Acht gelassen werden, wurde doch das alte Stadtbad mit Steuergeldern umgebaut.“

Eine derartige Allianz gegen einen neuen großen Mitbewerber gibt es laut Marion Kittelmann (Injoy) in Delmenhorst zum ersten Mal. „Jeder macht sein Ding“, bekräftigt Ulli Gummels (Workout), „aber in der jetzigen Dimension betrifft uns das alle.“

Zu den Unterzeichnern gehören neben den genannten auch die Sportstudios Pep, Fit & Chic, Body Balance, California, Deltha Fitness Club sowie das Ganderkeseer Lifestudio, dazu die Physiotherapiepraxen Tiemann, Onken, Glage, und Reha Plus.

Unterzeichner befürchten auch Entlassungen

„Wir bitten um Verständnis für unsere Bedenken“, ist in dem Brief zu lesen, „denn ein weiteres Fitnessstudio würde bedeuten: weniger Mitglieder, weniger Patienten, weniger Kurse/Kursteilnehmer, weniger Einnahmen. Resultierend müssten Entlassungen die Folge sein!“

Jahnz versprach eine Rückmeldung und dass er den Kontakt zu Stadtbaurätin Barbara Urban herstellen werden. Eine eigene Bewertung wollte er aus dem Stegreif nicht vornehmen.

Dass die Politik bei aller Rücksicht auf die Gewerbefreiheit Handlungsspielraum auch bei privaten Grundstücken und Immobilien hat, stellte sie etwa unter Beweis, als sogenannte Veränderungssperren gegen die Ansiedlung neuer Spielotheken beschlossen wurden. Hierbei ging es allerdings vor allem um die Suchtprävention.