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Offener Brief von Axel Jahnz Jahnz: Delmenhorster Krankenhaus-Standort alternativlos

Von Marco Julius | 12.08.2016, 15:23 Uhr

In einem offenen Brief zum Thema Krankenhaus-Standort wendet sich Oberbürgermeister Axel Jahnz an die Delmenhorster.

„In den vergangenen Tagen und Wochen nehme ich von Seiten einzelner politischer Gruppierungen verstärkt wahr, dass der Beschluss für den Standort des neuen Krankenhauses Josef-Hospital Delmenhorst aus dem Jahr 2015 infrage gestellt und damit erneut in die Diskussion gedrängt wird“, schreibt der Rathaus-Chef. Diese Entwicklung veranlasse ihn, noch einmal „die Historie und Gründe für den Zusammenschluss und die Wahl für den zentralen Standort an der Westerstraße zu erläutern“:

Vor ein paar Jahren habe sich deutlich abgezeichnet, dass beide Krankenhäuser in Delmenhorst fachlich und finanziell keine Zukunftschancen haben. „Beide medizinischen Versorgungsträger wären mittelfristig in die Insolvenz gegangen – zuerst hätte es das städtische Klinikum getroffen und wenige Jahre später auch das St. Josef-Stift. Das Land Niedersachsen hatte im Jahr 2013 unmissverständlich gefordert, grundsätzliche Veränderungen herbeizuführen, und erklärt, keine Fördermittel mehr nach Delmenhorst fließen zu lassen“, betont Jahnz.

Zusammenschluss als Kraftakt

„Um zu verhindern, dass Delmenhorst beide Krankenhäuser verliert“, habe der Rat gemeinsam mit dem Klinikum, dem St. Josef-Stift, den Belegschaften und den Gewerkschaften in einem Kraftakt den Zusammenschluss auf den Weg gebracht. „Neben einer guten Gesundheitsversorgung in unserer Stadt galt es schließlich auch, rund 1.000 Arbeitsplätze zu erhalten und die Auftragslage vieler Firmen nicht zu gefährden“, schreibt Jahnz.

„Vereint in einem Haus mit den daraus entstehenden positiven Synergien, sowohl auf medizinischer, als auch auf finanzieller Ebene, wurde eine positive Zukunft in Aussicht gestellt. Aus diesem Grund befürwortete auch das Land Niedersachsen einen Zusammenschluss und empfahl die Einhäusigkeit als logische Folge. Somit war die Frage des Standortes zu klären“, so der Oberbürgermeister. Ermittelt worden seien die Kosten der jeweiligen Alternativen unter Berücksichtigung der baulichen Substanz beider Häuser und der vorhandenen Infrastrukturen seitens eines externen Ingenieurbüros. „Ganz deutlich ergab sich, dass ein (An-)Bau an der Wildeshauser Straße mindestens 15 Millionen Euro teurer gewesen wäre als die beschlossene Lösung“, sagt Jahnz.

„Wer diese Fakten ignoriert und behauptet, die Entscheidung stünde noch nicht fest, verfälscht die Realität!“, bekräftigt Jahnz. Zumindest müssten diejenigen den Bürgern auch verraten, wie diese Mehrkosten finanziert werden sollten.

Entscheidung alternativlos

Der Rat habe im Sommer vergangenen Jahres aufgrund der klaren Ergebnisse zu den Standorten, die in öffentlicher Sitzung vorgestellt wurden, einen einstimmigen Beschluss für die Innenstadt gefasst. „Seien Sie versichert, dass die Entscheidung keinem Ratsmitglied leicht gefallen ist, aber sie war und ist alternativlos. Ich halte den Beschluss aufgrund der Umstände für die einzig richtige Lösung und bin zudem davon überzeugt, dass sich ein Krankenhaus in der Stadtmitte sehr positiv auf unsere Innenstadt auswirken wird“, schreibt Jahnz an die Delmenhorster.

Positiven Dialog eröffnen

„Mein größtes Anliegen ist es, ein modernes und zukunftsfähiges Krankenhaus in Delmenhorst zu haben, das Ihnen und gleichermaßen auch der Region eine bestmögliche medizinische Versorgung bietet. Ich danke dem Land Niedersachsen, das Delmenhorst in der Prioritätenliste nach oben genommen hat und uns in diesem Vorhaben unterstützen möchte. Diese vielleicht einmalige Chance dürfen wir nicht ungenutzt lassen“, sagt Jahnz, dem es wichtig sei, die Bürgerinnen und Bürger offen und ehrlich zu informieren. „Ich bitte alle, einen positiven Dialog für den Standort Stadtmitte zu eröffnen“, schließt Jahnz seinen offenen Brief.