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Operette sorgt für volles Theater Verwirrspiel mit „Gräfin Mariza“ in Delmenhorst

Von Jasmin Johannsen | 23.01.2018, 11:27 Uhr

Nostalgie in österreichisch-ungarischen Farben: Die Operettenbühne Wien gastierte am Montag mit „Gräfin Mariza“ im Kleinen Haus in Besonders die alten Melodien weckten Erinnerungen.

„Bis jetzt hat noch jeder Mann nach drei Minuten mit mir ‚Ich liebe dich‘ gesagt“, beklagt sich „Gräfin Mariza“. Ein illustres Verwirrspiel war am Montagabend also schon vorprogrammiert, als die Operettenbühne Wien mit dem gleichnamigen Stück von Emmerich Kálmán im ausverkauften Kleinen Haus gastierte. Das großartige Ensemble um Ella Tyran (Mariza) begeisterte das überwiegend ältere Publikum mit nostalgischen Melodien wie „Komm mit nach Varasdin“ oder „Grüß mir die reizenden Frauen im schönen Wien“.

Täuschung geht nach hinten los

Wie üblich für eine Operette, ist die Handlung schnell erzählt: Die junge Gräfin Mariza kann sich vor Heiratskandidaten kaum retten. Um einmal ihre Ruhe zu haben, gibt die schöne Adelige ihre Verlobung mit dem erfundenen Baron Zsupán bekannt und zieht sich auf ihr Schlossgut zurück. Kurz darauf steht dieser allerdings vor ihrer Tür – denn es gibt ihn wirklich, den Baron (David Hojsak). „Ich habe gelesen, dass ich verlobt bin. Da wollte ich gerne mitfeiern“, verkündet er und beginnt sogleich um die Gräfin zu werben. Auch der alternde Fürst Populescu (Viktor Schilowsky) würde alles für Mariza tun: „Ich rette Sie sogar aus einem brennenden Haus, aber leider steht nichts in Flammen!“ Nur der Gutsverwalter und adelige Inkognito-Graf Tassilo (Sandor Domoszlai) scheint anfänglich von der Gräfin genervt zu sein.

Amüsante Dialoge und quirliges Gedränge

Wofür die Figuren über zwei Stunden brauchen, erahnte der Zuschauer schon nach wenigen Minuten: Es kommt zu einem zuckersüßen Happy End. Die Gräfin liebt ihren Grafen, Komtesse Lisa (Aneta Liepina) kann den Baron für sich gewinnen und auch der Fürst geht nicht leer aus. Die amüsanten Dialoge und das quirlige Gedränge auf der Bühne ließen das Geschehen allerdings nie in Plattitüden abdriften. Besonders David Hojsak als trotteliger Zsupán wusste mit seiner kindlichen Naivität zu amüsieren.

Noch immer treue Bewunderer

Als beachtenswert stellte sich auch die musikalische Komponente heraus: Sowohl das Orchester unter Leitung von Laszlo Gyüker, als auch die singenden Darsteller konnten überzeugen. Ob Walzer, Csárdás oder Foxtrott – die eingängigen Lieder weckten bei den Zuschauern Erinnerungen. Durchweg klatschten und sangen sie mit. Obwohl das Stück vor 94 Jahren uraufgeführt wurde, hat „Gräfin Mariza“ noch immer treue Bewunderer.