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Opernarien im Kleinen Haus Viel Applaus für Delmenhorster Neujahrskonzert

Von Britta Buntemeyer | 06.01.2015, 16:05 Uhr

Die Philharmonie Lemberg hat mit Sopranistin Miriam Sharoni und Bariton Ronaldo Steiner Arien aus verschiedenen Opern präsentiert. Eine Moderation mit Witz rundete den Abend ab.

Schon zu Zeiten von Franz Xaver Mozart im 19. Jahrhundert hat das Orchester der Lemberger Philharmonie im Westen der Ukraine die Musikwelt bereichert. Der jüngste Sohn von Wolfgang Amadeus war in Lemberg als Komponist und Pianist tätig. Am Montag kamen die Besucher des nahezu voll besetzten Kleinen Hauses in den Genuss der klassischen Klänge eines der ältesten Orchester Europas. Das traditionelle Delmenhorster Neujahrskonzert stand mit Werken von Mozart, Giuseppe Verdi, Peter Iljitsch Tschaikowsky, Johann Strauss Sohn, Georges Bizet und Alfredo Catalani ganz im Zeichen der Romantik und Klassik.

Oder, wie es Moderator Volker Schmidt-Gertenbach ausdrückte: „Das Programm ist opernlastig. Aber die Last wird zur Lust werden.“ Mit viel Witz und Lockerheit führte der ehemalige Chefdirigent und Generalmusikdirektor der Göttinger Sinfoniker durch den Abend. Nachdem die Philharmonie unter der Leitung des litauischen Dirigenten Ilya Stupel mit der Polonaise aus Tschaikowskys „Eugen Onegin“ den Anfang machte, entführte es gemeinsam mit Sopranistin Miriam Sharoni und Bariton Ronaldo Steiner in die Opernwelt von Mozart. „Die Texte bei Mozart sind ein Schmarrn, aber die Musik hat es wirklich in sich“, erklärte Schmidt-Gertenbach und sorgte nicht nur einmal für Lacher beim Publikum.

Bei zwei Solo-Arien aus „Die Hochzeit des Figaro“ und einem Duett aus „Don Giovanni“ zeigten Sharoni und Steiner erstmals ihr enormes Stimmvolumen. Besonders bei einer Szene und Arie der Violetta aus Verdis Oper „La Traviata“ präsentierte die in Malmö geborene und bei namhaften deutschen Gesangslehrern ausgebildete Sopranistin die komplette Bandbreite an dramatischer Stimmkunst. Der Brasilianer Ronaldo Steiner, gebürtig aus Boston und momentan kurz vor dem Masterabschluss in Operngesang an der Hamburger Hochschule, bildete zusammen mit Sharoni die makellose stimmliche Begleitung eines großen Orchesters. Das Publikum selbst durfte beim Chor der Gefangenen aus der Oper „Nabucco“ die Stimmbänder schwingen lassen. Temperamentvoll wurde es schließlich bei den bekannten Melodien aus Bizets „Carmen“, neben Mozarts „Zauberflöte“ die meistaufgeführte Oper weltweit.

Die Besucher dankten für den fulminanten Abend mit minutenlangem Applaus. Und die musikalischen Gäste mit charmanten Zugaben.