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Optionen nach Aus in SPD-Fraktion Ratsherr Unger sieht für sich Optionen in Delmenhorst

Von Marco Julius | 21.12.2017, 19:27 Uhr

Ratsherr Axel Unger kündigt nach seinem Ausschluss aus der SPD-Fraktion an, sich auch künftig mit seinem Mandat im Rat zu engagieren – und das nicht als Einzelkämpfer.

Unger, der sich selbst als Sozialliberalen bezeichnet, hat gestern in einem Pressegespräch eröffnet, dass es vier Optionen der Zusammenarbeit gebe. Er werde sich bis zur nächsten Ratssitzung einer anderen Fraktion oder Gruppe anschließen, betonte Unger. Die Gespräche laufen.

In welche Richtung es den 68-Jährigen zieht, wollte er dabei noch nicht verraten. Noch sei er in Verhandlungen. Klar sei aber, dass ein Engagement für die CDU, die FDP und die AfD für ihn nicht in Frage komme.

Unger sieht sich nicht als „Partei-Hopper“

Sobald er eine neue politische Heimat gefunden habe, werde er aus der SPD austreten. „Diesen Schritt bedaure ich, er ist aber notwendig, wenn ich weiter im Rat politisch aktiv sein möchte.“

Unger, der fast 30 Jahre Mitglied der FDP war, hatte zuvor und danach das SPD-Parteibuch. Ein „Partei-Hopper“ sei er aber nicht, auch wenn er jetzt wieder vor einem Wechsel stehe.

Unger ist nach wie vor der Überzeugung, dass sein Ausschluss aus der SPD-Fraktion in seiner Abwesenheit nicht rechtmäßig und daher eigentlich unwirksam sei. „Vor dem Verwaltungsgericht bekäme ich recht. Aber diesen Schritt tue ich mir nicht an, weil es auch danach keine Perspektive der Zusammenarbeit mit der Fraktionsführung gibt.“

SPD hätte Ungers Mandat gern für sich

Unger erneuerte seine Vorwürfe gegenüber der Fraktionsvorsitzenden Bettina Oestermann. Er beklagte die „Ämterhäufung in der SPD“. Zudem seien Kompetenzen, die es in der Fraktion gebe, nicht eingebunden worden. Die Geschäftsordnung sei als Repressionsmittel genutzt worden. Oestermann bedauerte auf dk-Nachfrage, dass Unger, der gezeigt habe, dass er kein Teamplayer sei, sein Mandat nicht an die SPD zurückgibt. Sie wolle aber keine schmutzige Wäsche waschen und lieber zu Sachthemen übergehen.