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Pädagogisches Projekt Jugendliche bauen Spielmobil in Delmenhorst

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 16.08.2016, 21:21 Uhr

Das Projekt richtete sich an Jugendliche mit Startschwierigkeiten beim Übergang von Schule zum Beruf: Vier junge Menschen haben unter pädagogischer Begleitung einen Bauwagen in ein Spielmobil umgebaut.

Lange stand der marode Bauwagen auf einem Abstellplatz der Stadt rum und niemand kümmerte sich darum. Im April nahmen sich vier junge Menschen unter der Aufsicht des Diakonischen Werks Delmenhorst/Oldenburg-Land des baufälligen Anhängers an und verwandelten ihn in ein „Spielmobil“. Am Dienstag weihten Seid Khalaf und Tajik Abbas, zwei der vier Teilnehmer ihr Werk auf dem Gelände des Familienzentrums Villa ein.

Das Projekt ist eines von mehreren sogenannten Mikroprojekten in Delmenhorst, die jungen Menschen, die auf sozialpädagogische Unterstützung angewiesen sind, unter die Arme greifen sollen. Im Falle des Bauwagen-Projektes galt das für drei junge Flüchtlinge und einen Schüler der Mosaikschule. „Unser Ziel ist es Jugendliche und junge Erwachsene beim Schulabschluss und beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen“, sagt Franz-Josef Franke, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes. „Wir arbeiten dabei mit ungewöhnlichen mit Methoden.“

Pädagogische Betreuung

„Bei der Arbeit am Projekt ging es darum, Vertrauen aufzubauen“, erklärt Sozialpädagoge Mario Berger-Naujoks. Er hat die vier Teilnehmer zwei Mal die Woche nach Hude gebracht und bei dem Bau begleitet. In Gesprächen bei der Arbeit werden die jungen Menschen auf den Einstieg in die Gesellschaft oder den Umbruch in ein neues Schulsystem eingestellt. Die Jugendlichen nahmen freiwillig an dem Projekt teil.

Mithilfe von Kfz-Meister Nico Hemmelskamp werkelten die Jugendlichen von April bis Juli an dem Bauwagen. Das Dach wurde abgeschliffen und neulackiert. Eine neue Außenverkleidung aus Wellblechpappen wurde extra erstellt und am Wagen angebracht. Innendrin wurde alles so aufbereitet, dass dort Sportutensilien und Spielsachen untergebracht werden konnten. Am Dienstag teilten Seid und Tajik die Utensilien an die Kinder am Familienzentrum. Das Spielmobil soll in Stadtteile ausgeliehen werden, in denen sich keine festen Jugendeinrichtungen befinden.

Den Schulabschluss im Blick

„Ich freue mich darüber, so etwas geschafft und was für Kinder gebaut zu haben“, erklärt Seid. Der 17-jährige Afghane erzählt, dass er auch in der Berufsschule Werkunterricht hat und er sich vorstellen kann später mal in dem Bereich zu arbeiten. Er und Tajik aus dem Irak sind seit Weihnachten vergangenen Jahres in Deutschland. Ihr nächstes Ziel sei es, die deutsche Sprache besser zu lernen, um einen deutschen Schulabschluss zu erlangen.