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Park-Pläne in Delmenhorster City Parkdeck-Gegner legen in Debatte um Vorwerk nach

Von Sonia Voigt | 29.08.2017, 21:01 Uhr

Die Anti-Parkhaus-Bürgerinitiative warnt vor einem Grundsatzbeschluss, der die Stadt an einen Parkplatz-Ausbau am Vorwerk auf eigene Kosten bindet. Mit ihrem „Nein“ zum Parkdeck wendet sich Innenstadt-Kaufmann Gregor Weigmann und SPD-Ratsherr Axel Unger gegen die eigenen Gruppierungen.

Gegen die Parkdeck-Pläne am Vorwerk haben sich Elke Glöckner für die Bürgerinitiative „Anti-Parkhaus am Vorwerk –Erhalt der Grünanlage“, Innenstadt-Kaufmann Gregor Weigmann und SPD-Ratsherr Axel Unger ausgesprochen und dabei gegen die eigenen Gruppierungen gekeilt. Während Geschäftsinhaber Weigmann City-Kaufleute-Sprecher Christian Wüstner für seine Aussage angriff, die Delmenhorster City-Kaufleute wollten ein Parkdeck am Vorwerk, äußerte Unger Kritik an der „Begriffsmanipulation“ politischer Parteien – inklusive seiner eigenen.

Bürgerinitiative zweifelt an schonendem Umgang mit Bäumen

„Wir wollen diese Grünfläche mit alten Bäumen in der Innenstadt erhalten“, bekräftigt Elke Glöckner die Haltung der Bürgerinitiative. Äußerungen des Kaufleute-Sprechers und der Verwaltung, ein Parkdeck-Bau könne schonend erfolgen, zweifelt sie an. „Wir vermuten, dass wenn mit der Abholzung eines Baumes begonnen wird, am Ende alle Bäume draufgehen“, so Glöckner. Zudem kritisiert sie die Vorgehensweise, dass der Rat einen Grundsatzbeschluss fassen soll. Nicht allen sei bekannt, „dass der Rat sich damit unter bestimmten Voraussetzungen an den Parkdeck-Bau bindet und zwar in Eigenregie und auf Kosten der Stadt“.

Unger befürchtet Parkgebühren auf Graftwiesen

Ratsherr Axel Unger, der „als engagierter Bürger“ und explizit nicht für die SPD sprach, zweifelte am Parkplatzbedarf für die östliche Innenstadt nach dem Neubau des City-Parkhauses. „Von dessen Stirnseite bis zu Hertie sind es 350 Meter“, sagt Unger. Eine erfolgreiche Bewirtschaftung beider Parkhäuser sei da unsicher, meint Unger und befürchtet, dass die Stadt darauf mit der Einführung von Parkgebühren auf den Graftwiesen reagieren könnte. „Wenn neue Parkplätze, dann auf der Fläche des ehemaligen Hertie-Parkhauses und bewirtschaftet von Herrn Uhde“, fordert Unger. „Manipulation mit Begriffen“ wirft er den großen Parteien vor, die im Wahlprogramm ein Parkhaus am Vorwerk ausschlossen, nun aber ein Parkdeck erwägen.

Weigmann glaubt nicht an Kaufleute-Mehrheit

Optiker Weigmann ist vor allem das Eintreten von Einzelhandelssprecher Christian Wüstner im Namen der City-Kaufleute für den Parkplatz-Ausbau am Vorwerk „sauer aufgestoßen“. Aus seiner Sicht sind das „Einzelmeinungen“. Kritiker wie er seien zur jüngsten Informationsrunde mit Kaufleuten, Immobilienbesitzern und Parteivertretern nicht eingeladen worden, sagt Weigmann, nennt aber keine weiteren Namen. Dem widerspricht Wüstner energisch: „Niemand ist absichtlich ausgeladen worden.“ Bei der von Inkoop-Chef Bernd Oetken organisierten Runde seien nur er und sein Vorgänger als Kaufleute-Sprecher vertreten gewesen. Was weitere Parkdeck-Gegner angeht, solle Weigmann „Ross und Reiter nennen“, er selbst könne nur für die Mehrheit der Kaufleute sprechen und die sei für den Parkplatz-Ausbau um eine Ebene.