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Parkhaus-Abriss in Delmenhorst Park and Ride ist in Delmenhorst ein Flop

Von Michael Korn | 08.06.2017, 19:16 Uhr

Trotz hunderter fehlender Parkplätze in der Innenstadt aufgrund des Parkhaus-Abrisses war das befristete Park-and-Ride-Angebot zum Kramermarkt ein Reinfall. Dieses Resümee hat jetzt die Stadt gezogen.

Das während des Kramermarktes Ende April/Anfang Mai von der Stadt eingerichtete Park&Ride-Angebot vom Delmod-Gelände in die Innenstadt war ein Flop und wird nicht wiederholt. Das geht aus einem Bericht an die Planungspolitiker des Stadtrates hervor, die am 13. Juni ab 17 Uhr öffentlich im Rathaus tagen. Hintergrund des befristeten Busschuttle-Dienstes war die Verknappung der Parkplätze aufgrund des Abrisses des City-Parkhauses. Offenkundig steigen Besucher und Bedienstete der Innenstadt verstärkt auf die Linienbusse um oder fahren mit dem Rad in die Stadt, heißt es weiter.

300 Parkplätze weniger in der City

Während des Kramermarktes und dessen Auf- und Abbau waren die Graftwiesen vom 24. April bis zum 7. Mai gesperrt. Aufgrund des geschlossenen Parkhauses fehlten nach Angaben der Stadt - neben den dann ohnehin nicht zur Verfügung stehenden 725 Stellplätzen - erstmals auch die sonst im Parkhaus verfügbaren Plätze. Somit gab es abzüglich der ersatzweise eingerichteten Stellplätze etwa 300 Stellplätze im direkten Innenstadtbereich weniger als bei den vorherigen Kramermärkten. Aufgrund dessen hat die Verwaltung frühzeitig die Einrichtung eines Park-and-Ride-Platzes verfolgt. Im Bereich des leer stehenden Delmod-Geländes wurde nach längerer Suche ein geeigneter, und mit wenig Aufwand herzurichtender Standort mit 110 Parkplätzen gefunden. Dieser Standort liegt nicht zu weit von der Innenstadt entfernt, ist gut an das Straßennetz und an den ÖPNV angebunden.

Park-and-Ride „nicht vertretbar“

Die Delbus hat in den zwei Wochen neben dem Verkehr der Linien 201 und 206 einen zusätzlichen, kostenlosen Pendelverkehr zwischen Delmod und der Haltestelle Markt angeboten, und zwar alle 15 bis 20 Minuten in den Zeiträumen von 7 bis 9 Uhr und 15 bis 17 Uhr. Die Nachfrage ist jedoch laut Verwaltung weit hinter den Erwartungen geblieben. Durchschnittlich hätten nur acht bis zehn Kunden an den Tagen den Parkplatz und den Pendelverkehr genutzt. Somit sei festzustellen, dass der Bedarf nicht besteht. Während der kommenden Kramermärkte, bei denen das neue Parkhaus noch nicht in Betrieb ist, werde ein solches Park-and-Ride-Angebot für nicht vertretbar gehalten und nicht wieder angeboten.

Umstieg in Linienbus und aufs Rad

Den Beobachtungen zufolge wurde nach Stadtangaben das Fahrrad stärker genutzt. Die Fahrradabstellanlagen seien teils deutlich stärker und zeitlich länger ausgelastet gewesen. Die Delbus habe berichtet, dass auch der ÖPNV in der Zeit stärker in Anspruch genommen wurde. Die Verkehrsmittel des sogenannten Umweltverbundes (Fuß-/Rad-/Busverkehr) werden als Alternative stärker von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Aus diesem Grund wird auf die Einrichtung eines P+R –Platzes während zukünftiger Kramermärkte verzichtet.