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Parkplätze für Hertie-Ruine Erste Pläne für Parkdecks am Delmenhorster Vorwerk

Von Michael Korn | 06.04.2017, 17:28 Uhr

Der Hertie-Investor hat der Ratspolitik konkrete Pläne für die von ihm geforderten, aber umstrittenen Parkdecks am Vorwerk vorgestellt. Danach würde fast die gesamte Fläche überbaut mit einem bis zu sieben Meter hohen Gebäude.

Bis zu sieben Meter hoch, maximal 285 Stellflächen auf drei Parkdecks – der Hertie-Investor hat der Ratspolitik hinter verschlossenen Türen am Mittwoch, 5. April 2017, erstmals konkrete Pläne für das umstrittene Parkdeck am Vorwerk unweit der Kaufhaus-Ruine vorgestellt. Investorenvertreter Werner Uhde appellierte dem Vernehmen nach an die Politik, binnen zwei Monaten ein Signal über die Realisierungschancen für das Bauvorhaben zu geben: „Sonst geht das Hertie-Projekt nicht weiter!“, bekräftigte Uhde am Donnerstag auf dk-Anfrage.

Parkdecks oder Parkhaus?

Nach den Entwürfen des Bremer Architekten Hilmes von Hilmes Lamprecht würden weite Teile der bestehenden Parkplatzfläche Am Vorwerk überbaut. Die Ausmaße überraschen und stehen bisherigen vagen Ankündigungen über die Größe entgegen. So hatten der Investor und Teile der SPD Wert darauf gelegt, dass am Vorwerk nicht mit einem „Parkhaus“, sondern lediglich mit „Parkdecks“ zu rechnen sei. Wie Uhde weiter betonte, sei eine besondere, sich ins naturnahe Umfeld einfügende Fassadengestaltung möglich - beispielsweise mit Begrünung und einem Wasserfall. Oberbürgermeister Axel Jahnz hatte sich kürzlich auf die Seite des Investors gestellt und die bisher mehrheitlich ablehnende Haltung der Politik zum Einlenken aufgefordert. 

Mit Wohnungen möglich

Die Maximal-Ausmaße des Parkdecks beruhen auf einem Architekten-Vorschlag für eine ergänzende Wohnbebauung an die Parkdecks. Würde die Hochgarage, die zur Höhenbegrenzung mit einer Ebene in den Boden abgesenkt wird, ausschließlich künftigen Einzelhandels-Kunden im wiederbelebten Kaufhaus zur Verfügung stehen, ginge es um weniger Stellflächen. Uhde bekräftigte erneut, dass ohne zusätzliche Parkplätze im unmittelbaren Umfeld von Ex-Hertie kein Mieter an den Standort zu binden sei. Vorgesehen ist, unter anderem einen großen Textilmarkt für das Gebäude zu gewinnen. Die Baukosten für das Parkdeck, die grob geschätzt an zwei Millionen Euro heranreichen dürften, trägt der Investor. Das Grundstück gehört der Stadt. Über die rechtliche Form der Grundstücksnutzung, etwa hinsichtlich von Erbbaurecht, müsse noch verhandelt werden. Uhde könnte sich die städtische Parkhaus GmbH als Betreiberin vorstellen, da sie ja auch das künftige neue City-Parkhaus am Stadtwall unterhält.