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Parkplätze in Delmenhorst City-Parkhaus in Delmenhorst muss wohl weichen

Von Jens Gehrke | 18.01.2015, 21:15 Uhr

Das City-Parkhaus ist sanierungsbedürftig, viele Parkplätze sind gesperrt. Die Politik will deshalb klären, wie es mit dem Betonklotz weitergeht. Ein Abriss ist wahrscheinlich.

Die Sanierung des Parkhauses oder ein Neubau sind zu teuer, ein Abriss und eine Neuentwicklung durch einen Investor am wahrscheinlichsten. Das ist das Stimmungsbild, das sich kurz vor Beginn der ersten Beratungen über die Zukunft des City-Parkhauses ergibt.

„Es muss etwas Neues entstehen, das städtebaulich passt und hinter dem ein Konzept steht“, teilte etwa Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) mit. Was nicht passieren dürfe, sei ein Abriss ohne Nachnutzung. Er rechne mit Beginn der politischen Beratungen in der ersten Jahreshälfte.

Ähnlich äußerte sich SPD-Ratsherr Ibrahim Tuner, der Mitglied der Gesellschafterversammlung der Parkhaus Delmenhorst GmbH ist. Er warnte vor einem Schnellschuss. „Erst muss es eine richtige Planung für die Zukunft geben, dann können wir handeln“, sagte Tuner. Eine Möglichkeit sei, einen Investor zu finden, der das Gelände entwickelt und dort Flächen für das innenstadtnahe Parken erhält.

Hans-Rainer Meisel (CDU), ebenfalls Mitglied der Gesellschafterversammlung, sieht den Verkauf des Geländes an einen Investor angesichts der Haushaltslage ebenfalls als die wahrscheinlichste Lösung an. Der Umsatz durch Parkgebühren von derzeit 150000 bis 200000 Euro im Jahr reiche nicht aus, damit sich Neubau oder Sanierung für die Stadt rechneten. Auf jeden Fall sollte die Entscheidung von der Politik binnen eines Jahres, maximal anderthalb Jahren, getroffen werden.

„Es dürfen in der Summe aber keine City-Parkplätze verloren gehen“, machte Christian Wüstner, Sprecher der City-Kaufleute, deutlich.

Dass Handlungsbedarf beim City-Parkhaus besteht, darüber herrscht Einigkeit. Von den mehr als 600 Stellplätzen sind inzwischen rund 200 vorsorglich gesperrt. Unter anderem durch Streusalz ausgelöster Lochfraß macht den Stahlträgern zu schaffen. Weitere Messungen an den Stahlträgern sind in diesem Jahr geplant. Die Parkhaus Delmenhorst GmbH hatte wegen dieser Situation ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Optionen für das Parkhaus auszuloten. Aus dem Papier geht hervor, dass die Kosten sowohl für einen Neubau als auch für eine umfassende Sanierung des Parkhauses bei jeweils rund vier Millionen Euro liegen.

Dem Vernehmen nach lässt sich das Parkhaus noch drei bis vier Jahre mit Ausbesserungen über die Zeit retten. Spätestens dann muss es eine Lösung geben. „Einen Abriss ohne jegliche Nachnutzung halten wir für nicht wünschenswert“, teilte auch Britta Fengler, Sprecherin der SWD-Gruppe, mit. Wichtig sei, dass – egal, was entstehe – die Nachnutzung ins Stadtbild passe.