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Partei stellt sich hinter Planungen JHD-Neubau: Delmenhorster SPD sieht polemische Diskussion

Von Frederik Grabbe | 09.07.2016, 14:22 Uhr

Notfallversorgung, Finanzierung, Kostenlast: Für die Delmenhorster SPD sprechen viele Gründe für einen neuen Klinikstandort in der Innenstadt. Im befürchteten Verkehrskollaps sieht sie eine Polemik, die die beschlossenen Planungen nur stören soll.

Ein befürchtetes Verkehrschaos am neuen Josef-Hospital hält er für Polemik, die frühere Konkurrenz zwischen Klinikum und St.-Josef-Stift für zerstörerisch: Der Vorstand des SPD-Unterbezirks hat in einer Mitteilung Stellung zum Klinikneubau in der Innenstadt bezogen. Der Grundtenor: „Der Klinikstandort muss bleiben.“ Damit bezieht sich die SPD auf kritische Stimmen zum Standort, unter anderem von der örtlichen Seniorenorganisation in der SPD, der AG 60 plus, die insbesondere ein Verkehrschaos in der Innenstadt vorhersehen, ziehen die aktuell in Deichhorst vereinten Krankenhäuser 2020 an den neuen Innenstadtstandort.

Seine Haltung begründet der Unterbezirk folgendermaßen:

 Verkehr: Die Innenstadt habe in den vergangenen Jahren durch den Weggang von Geschäften viel Ziel- und Quellverkehre verloren. Somit sei die Behauptung, es gäbe ein Verkehrschaos, nicht nur nicht belegbar, sondern eine Polemik, die die Planung stören soll, schreibt der Unterbezirk.

 Finanzierung: Die in Aussicht gestellten Mittel des Landes Niedersachsen gelten für den Standort Innenstadt , nicht aber für den an der Wildeshauser Straße. „Ein dortiger Neubau würde nach Gutachtermeinung deutlich teurer“, schreibt der Unterbezirk. Wählte der Rat einen neuen Standort, bedeutete dies einen „K.O. für die Landeszuschüsse “. Weitere Mittel seien erst in den nächsten Jahren, aber nicht 2016 zu erwarten.

 Notärzte: Dadurch, dass der Notarztwagen ab 2020 in der Innenstadt steht, seien die Rettungswege im Durchschnitt deutlich kürzer, als es aktuell der Fall ist.

 Kostenlast am alten Klinikum: Der Unterbezirk weist auf eine „stark ökonomisierte Finanzierung des laufenden Betriebs“ hin. Soll heißen: Die Pflege eines Parks und eines Denkmals, das das alte Klinikum in Teilen ist, kann finanziell nicht geleistet werden. Dies sei „eine der Hauptursachen für die defizitäre Lage“ des alten Klinikums gewesen. Ein Umstand, der in der Diskussion nie genannt werde, so die Genossen.

Abschließend bezeichnet der SPD-Unterbezirk die frühere Konkurrenz der beiden Delmenhorster Krankenhäuser als „zerstörerisch“, sie habe die klinische Nahversorgung „massiv gefährdet“. Insofern sichere die Klinikfusion nicht nur mehr als 1000 Arbeitsplätze, sondern auch den Umsatz örtlicher Dienstleister.