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Parteichef kritisiert Redaktionen AfD Delmenhorst/Landkreis stellt Pressearbeit ein

Von Michael Korn | 15.01.2015, 17:48 Uhr

DelmenhorstDer AfD-Kreisverband wirft dem dk vor, seine Pressemitteilungen nicht angemessen zu berücksichtigen. Vorerst will sich die Partei daher nicht mehr via Zeitungen äußern.

Der Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) hat vorerst die örtliche Pressearbeit eingestellt. Parteichef Walter Pirr nannte als Grund den Umgang mit AfD-Pressemitteilungen durch die dk-Redaktion und andere Delmenhorster Presseorgane. Die AfD werde sich solange nicht mehr über die Zeitungen äußern, „bis die Redaktionen zu der Einsicht kommen, dass wir eine demokratische Partei sind“, sagte Pirr am Donnerstag dem dk.

Als Beispiel nannte er eine AfD-Mitteilung zur Einwanderungspolitik, die das dk in der Rubrik „Aus der Politik“ im Kern wiedergegeben hatte. Pirr kritisiert, dass hierbei erklärende Passagen zur Haltung seiner Partei herausgekürzt worden seien. Pirr: „Wer die Pressefreiheit (zu Recht) verteidigt, der sollte aber auch die Meinungsfreiheit pflegen. Wenn Stellungnahmen und Presseberichte einer demokratischen Partei gekürzt, verstümmelt oder gar nicht berücksichtigt werden, und damit Raum für Interpretationen und Spekulationen geschaffen werden, dann hat eine Veröffentlichung den faden Beigeschmack der Manipulation.“

Der AfD-Landesverband ist über die Haltung der Kreispartei nicht informiert, wie Pressesprecher Daniel Biermann bekräftigte. Es gebe auch keine Aufforderung zu einer solchen Reaktion. Ähnliche Vorgänge seien ihm nicht bekannt. Der Vorstand werde das Gespräch mit Pirr suchen.