Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Parteien in Delmenhorst befragt ADFC hofft auf mehr Investitionen in Radwege

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 03.09.2016, 10:49 Uhr

In welchen Bereichen soll das Radverkehrsnetz verbessert werden? Der ADFC hat der Delmenhorster Politik dazu konkrete Fragen gestellt: Nicht bei allen Themen sehen die Parteien gleichermaßen Handlungsbedarf.

Einig bei der Höhe der Mittel für Radwege, uneins bei Ausweisung von Tempo-30-Zonen: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat vor der Kommunalwahl alle antretenden Parteien zu ihren Vorstellungen über die Zukunft des Radverkehrs in Delmenhorst befragt. Abgefragt wurden konkrete Auffassungen der Parteien zu Aspekten wie Finanzmittel, Zustand, Routen und Abstellplätze – die Fragen konnten nur mit ja oder nein beantwortet werden.

In bestimmten Fragen ergab die Umfrage einen breiten Konsens: So sind sich alle Parteien darin einig, dass die Mittel, die von der Stadt zur Radwege-Instandhaltung zur Verfügung gestellt werden, nicht ausreichen, um das Radnetz angemessen zu pflegen. „Die Mittel reichen deutlich nicht aus“, bekräftigte Burkhard Kühnel-Delventhal vom ADFC Kreisverband Delmenhorst. Ebenso bei der Frage nach mehr Stellplätzen für Räder sehen alle Parteien Nachholbedarf. „Fahrradfahrer, die in die City kommen, müssen gute Abstellplätze haben“, meint Kühnel-Delventhal.

Ja zu Fahrradstraßen, aber Umsetzung offen

Mit der Umfrage wollte der ADFC den Parteien gleichzeitig Vorschläge machen und Denkanstöße geben, wie der Radverkehr in Delmenhorst verbessert werden kann. So stießen die Wünsche des Vereins nach mehr Fahrradstraßen, Schnellrouten für die Achse Ganderkesee-Delmenhorst-Bremen oder „Grüne Routen“ in die Stadtteile auf breite Zustimmung bei den Parteien. Bislang gibt es keine einzige Fahrradstraße in Delmenhorst. Die erste von der City Richtung Deichhorst sei erst noch in Planung, zehn sollen es mal werden. „Delmenhorst ist da noch nicht so weit, wie andere Städte im Bundesgebiet“, meinte Kühnel-Delventhal. In Oldenburg, Bremen oder Hannover sind Fahrradstraßen schon seit Jahren ausgewiesen.

Mehr Tempo-30-Zonen?

Bei anderen Fragen gehen die Meinungen auseinander: Den Vorschlag des ADFC, dass Verkehrsausschüsse zukünftig von einem Fahrradbeauftragten beraten werden sollen, halten nicht alle Parteien für notwendig. Ebenso die Ausweisung weiterer Straßen zu Tempo-30-Zonen. Kühnel-Delventhal und der ADFC erachten weitere temporeduzierte Straßen aus Sicherheitsgründen für sinnvoll.

Der ADFC erinnerte die Parteien auch noch mal an die Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans von 2014 für die Verbesserung des Fahrradverkehrs in Delmenhorst. „Da stehen viele gute Ideen drin, aber das ist bislang noch Planung und Theorie“, klagte Kühnel-Delventhal. Die Mittel zur Umsetzung müssen aufgestockt werden, so der Verein, um durch mehr Radverkehr die Stadt Delmenhorst attraktiver zu machen. „Durch Pedelecs und E-Bikes steigen die Leute heutzutage häufiger auf das Rad“, meint Vereinsvorsitzende Marion Lösking.