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Parteien sind gegen Bebauung Widerstand gegen Bauplätze am Delmenhorster Hasportsee

Von Jan Eric Fiedler | 07.07.2015, 22:00 Uhr

Begehrt wären die von der Verwaltung geplanten Baugrundstücke an der Hasporter Allee sicherlich gewesen. Auf der Wiese vor der St.-Johannes-Kirche und auf dem gegenüber gelegenen Gelände des Bauhofs waren zwölf neue Bauplätze an der Zufahrt zum Hasportsee vorgesehen. Zu einer Abstimmung darüber wird es zunächst nicht kommen.

Die Verwaltung hat die Vorlage für den Planungsausschuss, der am Donnerstag, 9. Juli 2015, ab 17 Uhr öffentlich in der Mensa des Willms-Gymnasiums tagt, zurückgezogen. Gemeinsam haben sich der SPD-Ortsverein Hasport-Annenheide und der CDU-Stadtbezirksverband Süd am Dienstag, 7. Juli 2015, bei einem Ortstermin gegen die Pläne gestellt. Unterstützt werden sie dabei von den Stadtratsfraktionen: Die CDU hat sich in ihrer Fraktionssitzung am Montag klar gegen eine Bebauung positioniert, die SPD will noch einen neuen Entwurf abwarten.

SPD sieht „Schmuckstück“ in Gefahr

„Wir können nicht zulassen, dass das Schmuckstücks des Stadtteils beschnitten wird“, sagte Hasan Bicerik, Vorsitzender des SPD Ortsvereins Hasport-Annenheide. Natürlich sei seinem Ortsverein bewusst, dass dringend Bauland in der Stadt geschaffen werden muss. „Das hier wäre aber unverhältnismäßig, ein Tropfen auf den heißen Stein“, meinte Bicerik. Zudem hätten die Bürger des Stadtteils ein klares Signal gegeben: In eine Sitzung des Ortsvereins seien mehr als 20 Besucher gekommen und hätten sich gegen die Pläne ausgesprochen.

CDU will auch bestehenden Plan ändern

Dr. Michael Adam, Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbands Süd, geht in die gleiche Richtung: „Natürlich brauchen wir Bauland. Das hier ist aber Unsinn.“ „Klotzige Doppelhaushälften“ würden einfach nicht in den Bereich passen. Für diesen gibt es allerdings noch einen bestehenden Bebauungsplan, der sogar viel größere Bauten zulassen würde. Laut Adam ist es seit den 1970er Jahren möglich, bis zu vierstöckige Gebäude neben der St.-Johannes-Kirche zu errichten. Im Zuge der jetzigen Beratungen über die Flächen soll nach Wunsch der Stadtteil-CDU dafür gesorgt werden, dass die Möglichkeit der Bebauung ganz gestrichen wird.

Verwaltung arbeitet an neuem Entwurf

Laut Bicerik und Adam arbeitet die Verwaltung nun an einem neuen Entwurf für die Fläche. „Das Signal aus der Politik hat gewirkt“, sagt Bicerik. Dass der geänderte Entwurf ihre Ablehnung ändern kann, bezweifeln aber beide Politiker.