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Passanten helfen Rollstuhlfahrer Dankbar über Delmenhorster Hilfsbereitschaft

Von Kristina Müller | 25.10.2017, 14:43 Uhr

„Hilfsbereitschaft ist heutzutage nicht selbstverständlich“, heißt es immer. Dass dieser Satz für die Delmenhorster allerdings nicht gilt, durfte Volker Höfig nicht nur kürzlich feststellen.

Der 77-Jährige, der ursprünglich aus Varrel kommt, wohnt seit Januar im St. Stephanus Stift. Seit er im März 2012 das Dach seines Carports abnehmen wollte und stürzte, ist er querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl.

„Immer dann, wenn das Wetter gut ist, fahre ich mit dem Handbike los“, erzählt er. Als er vergangenen Sonntag wieder einmal unterwegs war, löste sich das Rückenteil seines Rollstuhls aus der Verankerung. „Da kam direkt ein Radfahrer zu Hilfe – er sprach nicht so gut Deutsch – und montierte mir das Rückenteil zurück in die Halterung“, freut er sich. „Eigentlich wollte ich ihm eine Kleinigkeit dafür geben, aber er war auch gleich schon wieder weg.“

Gerührt und dankbar

Kurze Zeit später, noch am gleichen Tag, rutschten ihm dann auch noch seine Schuhe von der Fußablage herunter. Auch hier zögerte eine Frau nicht lange und half ihm sofort. Über diese Hilfsbereitschaft war Höfig gerührt und unheimlich dankbar.

„Das sind auch nur zwei Beispiele von vielen. Man hört sonst ja vielfach nur Negatives über die Gesellschaft, die sich ändert“, sagt er. Umso mehr freut er sich darüber, dass das in Delmenhorst anders ist.

„Leute helfen, ohne groß nachzufragen“

„Es gibt öfter mal Etwas, wo ich Hilfe beanspruchen muss“, erklärt der 77-Jährige. Meist dann, wenn er mit dem Handbike unterwegs ist: „Die Radwege in Delmenhorst sind eine Katastrophe. Da sind viele Baumwurzeln, die den Radweg hochdrücken“, bemängelt er.

Dadurch sei er auch schon einige Male mit dem Rollstuhl gekippt, sodass man ihm auch hier half. „Es wundert mich aber immer, dass die Leute, ohne groß nachzufragen, die Situation erkennen und helfen“, freut er sich.