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Patientenschützer beginnt Arbeit Neue Anlaufstelle für Kranke nach Fall Niels H.

Von dpa | 25.07.2016, 20:42 Uhr

Als Konsequenz aus der Mordserie des Krankenpflegers Niels H. in Delmenhorst hat Niedersachsen einen Landespatientenschutzbeauftragten eingestellt. Der Mediziner Peter Wüst (60) ist seit diesem Monat im Gesundheitsministerium der Ansprechpartner für Kranke und deren Angehörige.

Peter Wüst hat für die Probleme von Kranken und deren Angehörigen in Niedersachsen ein offenes Ohr. Der 60-Jährige soll Ratsuchenden helfen und die Landesregierung auf Defizite im Gesundheitssystem hinweisen. Als Konsequenz aus der Mordserie des Krankenpflegers Niels H. hat Niedersachsen einen Landespatientenschutzbeauftragten eingestellt. Der Mediziner Peter Wüst (60) ist seit diesem Monat im Gesundheitsministerium der Ansprechpartner für Kranke und deren Angehörige. Er werde Beratungs- und Unterstützungsangebote vermitteln sowie Beschwerden bündeln, sagte Wüst am Montag in Hannover. „Das ist ein wichtiger Weg, um Probleme im System zu erkennen, zu kommunizieren und abzubauen.“

Auch Ärzte oder Pfleger können sich bei dem Landesbeauftragten melden, wenn sie den Verdacht haben sollten, dass an ihrem Arbeitsplatz etwas schief läuft. Niels H. soll am Klinikum Delmenhorst bis 2005 mindestens 33 Patienten mit einem Herzmittel zu Tode gespritzt haben. Die Zahl der möglichen Opfer an seinem vorherigen Arbeitsplatz, dem Klinikum Oldenburg, ist noch unklar. Nach Überzeugung der Ermittler lagen den damals Verantwortlichen frühzeitig Hinweise auf die Taten vor. Gegen acht Klinik-Mitarbeiter laufen Ermittlungen wegen Totschlags durch Unterlassen.

Der niedersächsische Landtag hatte nach der beispiellosen Mordserie in einem Sonderausschuss Strategien entwickelt, wie Patienten vor Übergriffen besser geschützt werden können. Vorgeschlagen wurden unter anderem psychologische Eignungstests vor Beginn der Ausbildung zum Krankenpfleger.

Die Einstellung des Landesbeauftragten sei ein Mosaikstein auf dem Weg zu einem besseren Patientenschutz, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. Die SPD-Politikerin hatte sich zudem dafür ausgesprochen, dass künftig Blutentnahmen obligatorischer Teil der Leichenschau werden.