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Pfandsammeln für Guten Zweck Delmenhorster Schüler machen aus Flaschen bare Münze

Von Kai Hasse | 22.11.2017, 16:53 Uhr

Einweg-Pfandflaschen sollen nicht im Müll landen – sondern gesammelt werden. Mit einem neuen Projekt der Realschule Delmenhorst können sie sogar dazu beitragen, dass bedürftigen Menschen geholfen wird.

Zwei Flaschenbehälter sollen nun in der Realschule Delmenhorst als Sammelbehälter für Einwegflaschen dienen. Speziell die Schüler werden ermutigt, mit dem Pfand, das so zusammen kommt, erstens die Umwelt zu schonen – und zweitens Geld für einen guten Zweck zusammen zu bekommen. Die Aktion ist eingebettet in die „Europäische Woche der Abfallvermeidung“ der EU.

9bH Delmenhorsts geht das Problem an

„Was die Menschen wegschmeißen, ist irre“, findet Alexander Hein. Sie schmeißen Geld weg, bare Münze. Er meint die allgegenwärtig herumliegenden oder im Müll landenden Einwegflaschen – Plastikflaschen, für deren Rückgabe man 25 Cent bekommen würde. Das sind Flaschen, die Menschen – und seine Schüler – gern achtlos in der Mülltonne entsorgen, oder im schlimmsten Fall am Wegesrand. „Gelder, die offen rumliegen. 180 Millionen Euro gehen dadurch pro Jahr in Deutschland verloren“, sagt der Realschullehrer der 9bH. Er schüttelt betrübt den Kopf. „180 Millionen Euro“. Das soll sich ändern, am besten angefangen bei seiner Schulklasse. Ihnen hatte er vorgeschlagen, gemeinsam bei dem EU-Projekt mit den Sammelcontainern mitzumachen . Die Stadt Delmenhorst stieg ein, stellte Container zur Verfügung und übernahm die Produktion von Plakaten.

„Flasche rein – Spender sein“

Nun haben Hein und Monika Grenzdörfer vom Fachdienst Umwelt Delmenhorst den Schülern die beiden Tonnen in die Hand gedrückt und einen Schwung der Plakate, die nun in den beiden Schulgebäuden in der Holbeinstraße und der Lilienstraße aufgestellt und aufgehangen werden sollen. Der Plan: Schüler aller Klassen sollen ernsthaft mit dem Problem konfrontiert und auf die Behälter hingewiesen werden. Das Motto prangt auf den Plakaten: „Flasche rein – Spender sein“. Denn wenn alles gut geht, haben die Schüler am Ende eines Monats vielleicht 20 bis 30 Euro bar auf der Kralle. Die sollen dann einerseits der Schule zugutekommen, und zum anderen könnte das Geld an die Partnerschule der Realschule Delmenhorst gehen. Ein weiterer möglicher guter Zweck, zu dem das Geld genutzt werden könnte, wäre das Tierheim. Letztlich wäre das die Entscheidung der Schüler. Warum das ganze Projekt ökonomisch wie ökologisch nachhaltig ist, werde außerdem noch Unterrichtsstoff werden.

Ermutigung an die Kommunen

Hein und Grenzdörfer haben die Hoffnung, dass das Projekt vielleicht Schule macht: „Vielleicht finden sich Nachahmer, die aufspringen“, sagt Grenzdörfer. Hoffnung schöpft sie auch daraus, dass der Verband Kommunaler Unternehmen bei der Eröffnung der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ speziell die bundesweit laufende Initiative „Flasche rein – Spender sein“ als Musterprojekt erwähnt hatte – Ermutigung für die Kommunen gibt es also genügend.