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Pfeiler wird Politikum in Delmenhorst Anwohner am Tiergarten wollen ihre Ausfahrt zurück

Von Jan Eric Fiedler | 09.12.2015, 16:27 Uhr

Um die Sicherheit am Bahnübergang an der Dwoberger Straße zu steigern, wurde von der Stadt ein Pfeiler installiert. Anwohner können den Weg dadurch nicht mehr als Ausfahrt nutzen. Doch sie können jetzt auf Hilfe aus dem Stadtrat hoffen.

Seit Februar steht am Zuweg zum Tiergarten zwischen dem Haus an der Dwoberger Straße 30 und der Bahnlinie in Richtung Ganderkesee ein Pfeiler. Dieser bereitet den Hausbewohnern Schwierigkeiten: Zuvor konnten sie den Zuweg als Ausfahrt nutzen. Jetzt müssen sie rückwärts aus der Einfahrt fahren und sehen dadurch vor allem Schulkinder gefährdet. Mit Hilfe der Ratsherren Axel Konrad (FDP) und Jürgen Stöver wollen sie erreichen, dass der Pfeiler durch die Stadt versetzt wird.

Pfeiler sollte Sicherheit erhöhen

Die Errichtung des Pfeilers geht laut Hendrik Abramowski, Fachdienstleiter Verkehr der Stadt Delmenhorst, auf eine Bahnübergangsschau im vergangenen Jahr zurück, bei der gravierende Sicherheitsmängel festgestellt wurden. Mit dem Pfeiler soll verhindert werden, dass Fußgänger und Radfahrer, die aus dem Tiergarten kommen, direkt zwischen die Schranken laufen oder fahren können.

Stadt: „Weg wurde rechtswidrig genutzt“

Laut Stadt wurde der eigentlich für Fußgänger und Radfahrer freigegebene Weg zudem von den Anwohnern rechtswidrig genutzt und wies daher auch erhebliche Oberflächenschäden auf.

Anwohner: „Weg war seit 1902 die Haupteinfahrt“

Diese Rechtswidrigkeit sehen die Seilers nicht gegeben: „Seit 1902 war das immer die Haupteinfahrt“, berichten die Hausbesitzer Hans-Dieter und Angelika Seiler. Vor Februar stand laut Stöver sogar ein Schild am Weg, dass aus dem Weg nur nach rechts abgebogen werden durfte. Das würde die Stadt abstreiten, die Anwohner könnten es jedoch bezeugen.

Auf der anderen Seite kein Pfeiler

Auch die gesteigerte Sicherheit sehen die Seilers und die Ratsherren nicht: Der Pfeiler würde keinen Radfahrer zum Absteigen bewegen. Auch sei am Bereich direkt an den Schranken ein Durchgang möglich, der viel gefährlicher sei. „Auf der anderen Seite des Tiergartens gibt es die gleiche Situation. Da steht aber kein Pfeiler“, sagt Angelika Seiler.

Pfeiler soll versetzt werden

Stöver und Konrad wollen den Pfeiler nun in der Politik zum Thema machen und so erreichen, dass er versetzt wird. Die Familie Seiler bietet im Gegenzug an, sich um die Pflege des Weges in diesem Bereich zu kümmern. „Die Stadt hätte damit dann nichts zu tun. Das wäre eine Win-Win-Situation“, meint Hans-Dieter Seiler.