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Pfingstmontag im Zeichen der Müller Hunderte beim Mühlentag in Heiligenrode und Hasbergen

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 16.05.2016, 17:18 Uhr

Andrang zum Mühlentag insbesondere in Heiligenrode: Neben der Kunst der Müller und ihrer Mühlen gab es dort auch die Technik und die Löschfahrzeuge der Feuerwehr zu bewundern.

Glaubt man den Schautafeln in der Museumsmühle Hasbergen , so hätten die Müller von einst ihre helle Freude am gestrigen bundesweiten Mühlentag gehabt. Denn wieder einmal nutzten allein in der Region hunderte von Gästen die Gelegenheit, um sich etwa in Hasbergen oder in Heiligenrode das traditionelle Handwerk der Müller näher bringen zu lassen – insofern eine bemerkenswerte Entwicklung, als die Menschen noch im Mittelalter Müller ebenso verachteten wie beispielsweise Zöllner, heißt es auf einer der Tafeln. Damals habe es nicht umsonst unter anderem gar zu den Pflichten der Müller gehört, dem Henker bei Bedarf zur Hand zu gehen, entsprechend misstrauisch seien ihnen die Menschen begegnet.

Hasbergen zweite Station

Derartiges Misstrauen dürfte Roland Buschmeyer, dem Vorsitzenden der Dörfergemeinschaft Hasbergen, gestern kaum entgegengeschlagen sein, wenngleich sich der Mühlentag in Hasbergen zunächst ruhig anließ. Buschmeyer führte dies darauf zurück, dass viele Gäste zum Mühlentag üblicherweise eine große Runde machten – ausgehend von Heiligenrode. Hasbergen komme meist als zweite oder dritte Station an die Reihe. Immerhin aber habe es schon Mühlentage gegeben, an denen er letztlich rund 400 Gäste habe begrüßen können.

Straße gesperrt

Auch wenn sich Rudolf Franke von der Mühlen-Gemeinschaft Heiligenrode gestern zu keiner Schätzung hinreißen lassen mochte, war doch offensichtlich, dass der Zulauf nach Heiligenrode noch um einiges größer ausgefallen sein dürfte. Die Gemeinde hatte sogar die Durchgangsstraße abgesperrt, damit die Feuerwehr zum Mühlentag ihre Löschfahrzeuge vorführen konnte. Außerdem spielte die Gruppe „Fashion Music“ Country-Klänge auf einer Open-Air-Bühne. Getränke-Stände und ein Imbiss taten ihr übriges, um die Straße in einen Festplatz zu wandeln.

Handmühlen für Kinder

Im Innern der Mühle gab es zeitweise kein Durchkommen mehr, so viele Leute drängten sich dort. Die Mühlen-Gemeinschaft betrieb nicht nur ein Café. Sie erläuterte dem Publikum zudem – ähnlich wie Buschmeyer in Hasbergen – die Technik der Mühle und bot den Gästen frisch gemahlenen Roggen und Weizen für daheim an, während ein örtlicher Bäcker ebenso frisches „Mühlenbrot“ offerierte. Die Kinder spielten derweil Müller – und ließen die Handmühlen kreisen.