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Phänomen seit Jahren bekannt Einkaufswagen-Klau bereitet in Delmenhorst Probleme

Von Heike Bentrup, Heike Bentrup | 21.06.2016, 14:16 Uhr

Der Diebstahl von Einkaufswagen hat in Delmenhorst zugenommen. Allein die Kaufland-Filiale an der Stedinger Straße sammelt wöchentlich rund 30 Einkaufswagen im Bereich des Wolleparks ein.

Einige Kunden trauten ihren Augen nicht, als sie am vergangenen Freitag gegen Mittag Einkäufe im Penny-Markt am Hasporter Damm tätigen wollten: Obwohl der Markt nicht übermäßig gefüllt war, stand über längere Zeit weit und breit kein einziger Einkaufswagen zur Verfügung. Auf Nachfrage habe eine der Kundinnen, die ihren Namen nicht genannt haben möchte, erfahren, dass die Einkaufswagen gestohlen worden seien. „Ich war richtig verärgert, schließlich wollte ich einen Großeinkauf machen“, berichtet sie. Von der Kassiererin habe sie erfahren, dass an dem Markt häufig Einkaufswagen verschwinden.

Zusätzliche Sicherungen im Gespräch

Dass es an diesem Standort verstärkt Probleme mit dem Abhandenkommen von Einkaufswagen gibt, wird auch seitens der Regionalleitung der Penny Markt GmbH bestätigt. „Dem Markt und somit unseren Kunden werden schnellstmöglichst neue Einkaufswagen zur Verfügung gestellt. Die Penny Markt GmbH erwägt hier künftig ergänzende Sicherungsmaßnahmen für Einkaufswagen“, heißt es auf Anfrage. Welches System hier möglicherweise installiert wird, war nicht zu erfahren. In einigen Supermärkten, darunter auch in einigen Bremer Stadtteilen, werden Sicherheitsschwellen auf dem Gelände angebracht. Werden diese mit den Einkaufswagen passiert, blockieren deren Räder, quasi eine Art Wegfahrsperre.

Frage der Bequemlichkeit

Wie der Penny-Markt am Hasporter Damm beklagt auch die Kaufland-Filiale an der Stedinger Straße regelmäßig einen erheblichen Schwund an Einkaufswagen. „Pro Woche sind wir mit einem großen Lkw mit Hebebühne im Wollepark unterwegs und sammeln dort allein jeweils rund 30 Einkaufswagen ein“, berichtet Hausleiter Stefan Wachholz. Einige weitere Wagen aus der Umgebung kämen hinzu.

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Wachholz führt das Phänomen auf Bequemlichkeit zurück. „Die Leute transportieren ihre Einkäufe nach Hause und lassen die Wagen einfach stehen“, so der Kaufland-Hausleiter. Die Polizei sei über die Zustände im Bilde.

Vom Standort anhängig

Am Kaufland-Standort am Reinersweg gebe es das Problem aufgrund des geringen Anteils an Laufkundschaft nicht. „Dort fahren die meisten Kunden mit dem Auto vor, laden ihre Einkäufe in den Wagen und machen sich auf den Heimweg“, berichtet Wachholz. „Das Problem ist von Standort zu Standort unterschiedlich“, bestätigt auch Longinus Flenker für Aldi Nord. Wenngleich das Unternehmen seinen Worten zufolge nicht regelmäßig im Wollepark unterwegs ist, so komme es durchaus vor, dass nach Hinweisen aus der Bevölkerung dort abgestellte Einkaufswagen abgeholt werden. Ein Thema sei das Abhandenkommen von Einkaufswagen am Standort Breslauer Straße gewesen. „Dort hat der Hausmeister alle 14 Tage einen Rundgang gemacht und an die 20 bis 30 Einkaufswagen eingesammelt“, sagt Flenker.

Polizei kennt das Problem

Der Polizei ist die Problematik nach Worten von Sprecherin Melissa Oltmanns durchaus bekannt. „Das kommt seit rund sechs Jahren immer mal wieder vor, verstärkt in der Innenstadt“, berichtet sie. Konkret lägen aus polizeilicher Sicht jedoch keine Fälle beziehungsweise entsprechende Diebstahlsanzeigen vor.

Der zuständige Fachdienst Umwelt in der Stadtverwaltung berichtet ebenfalls, dass aktuell eher selten „herrenlose Einkaufswagen in Gewässern oder Grünanlagen gefunden werden“. Sollte es dennoch dazu kommen, so würden die jeweiligen Geschäfte oder Supermärkte benachrichtigt, damit sie sich um die Abholung der Einkaufswagen kümmern können.

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