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Pilotprogramm gestartet Bundeswehr bildet Syrer in Delmenhorst aus

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 02.09.2016, 10:52 Uhr

Als Teil der Ausbildungsinitiative syrischer Flüchtlinge ist bei der Bundeswehr in Delmenhorst eine Sanitätsausbildung gestartet. Am Donnerstag hat der Parlamentarische Staatssekretär Markus Grübel den Kurs besucht.

Die Delmenhorster Feldwebel-Lilienthal-Kaserne gehört seit Dienstag zu drei Standorten in Deutschland, in denen das Pilotprojekt gestartet ist. Ziel ist es, den syrischen Flüchtlingen Kenntnisse zu vermitteln, die beim künftigen Wiederaufbau Syriens hilfreich sein können, aber auch einen Einstieg in die deutsche Berufswelt ermöglichen könnten. Die Syrer können drei verschiedene Module wählen aus den Bereichen Bau, Handwerk, Sanität und Technik. Neben dem Kurs in Delmenhorst, das zur Ausbildungsregion Nordwest gehört, werden auch Syrer in Ingolstadt und Berlin ausgebildet. Die Ausbildungsinitiative ist eine Kooperation der Bundeswehr und der Bundesagentur für Arbeit.

Projekt ist „Neuland“

„Die Idee ist im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar entstanden“, erklärt Oberstarzt Dr. Johannes Backus, Leiter des Sanitätsunterstützungszentrums Wilhelmshaven, das den Kurs in Delmenhorst ausrichtet. Er begrüßte den parlamentarischen Staatssekretär Markus Grübel (CDU) gestern in Delmenhorst. „Wir betreten damit Neuland. Es ist ein Pilotprojekt, in dem wir als großer Arbeitgeber und Ausbilder unseren Beitrag zur Integration leisten wollen“, erklärte Grübel bei dem Besuch des Kurses. „Die Teilnehmer sind hoch motiviert und zufrieden“, sagte Grübel.

Bewerberlage nicht wie gewünscht

Die Ausbildung der Flüchtlinge ist laut Backus sehr unterschiedlich: „Die Spanne reicht vom Realschüler bis zum Juristen.“ Derzeit sind lediglich 18 der 30 möglichen Plätze in dem Kurs besetzt. „Die Bewerberlage ist nicht so, wie wir es uns gewünscht haben“, gibt Backus zu. Unter den Teilnehmern befindet sich keine Frau. Die einzige gemeldete Teilnehmerin hatte ihre Bewerbung kurzfristig zurückgezogen. Im Frühjahr soll laut Backus aber in Berlin ein Kurs ausschließlich für Frauen starten. Bei den jetzigen Kursen ist laut Grübel nur rund ein Drittel der insgesamt 120 Plätze besetzt. Dennoch sieht er die Ausbildungsinitiative als zukunftsfähiges Projekt an. Ein Problem sei, dass der die Ausbildung erst nach erfolgtem Integrationskurs besucht werden kann. Viele Flüchtlinge hätten diese noch nicht beendet, weshalb die Zahl der Bewerber begrenzt sei. „Ich gehe davon aus, dass das Projekt fortgesetzt wird. Die Ministerin legt Wert darauf, dass die Bundeswehr ihren Beitrag leistet“, erklärt Grübel.