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Podiumsdiskussion in Delmenhorst Wie Kunst und Wissenschaft verbunden sind

Von Paul Wilhelm Glöckner | 25.04.2018, 13:14 Uhr

Im ewigen Eis der Antarktis auf der Forschungsstation Neumayer III hatten sie sich Ende 2017 kennengelernt, Judith Neunhäuserer und Jan-Marcus Nasse. Am Dienstagabend sprachen sie während einer Podiumsdiskussion im Hanse-Wissenschaftskolleg im Rahmen der Reihe „Hanse-Contrapunkte: Die zwei Seiten des Wissens“, über Möglichkeiten Kunst und Wissenschaft stärker zu verbinden.

Die Künstlerin aus München (Artist in Residence am HWK) und der Umweltphysiker von der Uni Heidelberg machten dabei übereinstimmend ihr Interesse deutlich, die Welt eingehender von beiden Blickrichtungen aus zu betrachten, zu verstehen und darzustellen.

Beide Diskutanten hatten während ihrer Zeit in der Forschungsstation, in der biologische Untersuchen, Sternbeobachtungen aber auch die Kontrolle des Kernwaffenstopp-Vertrages vorgenommen wird, an der täglichen Aufgabenerledigung mitgewirkt.

Anthropologischer Ansatz

Nasse nahm Messungen von Konzentraten hochaktiver Halogenradikaler vor, die geeignet sind das Klima zu beeinflussen. Neunhäuserer stellte Video-Clips her, die die Stationsobjekte und die Tätigkeit der Wissenschaftler vor Augen führt, ein anthropologischer Ansatz, den sie in Kunst umformte.

Beide berichteten, dass sie bei dieser Arbeit nie das Endergebnis voraussehen konnten, dass sowohl wissenschaftliches wie künstlerisches Erleben aus dem Spannungsbogen zwischen Intuition und Kreativität herrührt. Eine grundlegende Gemeinsamkeit, deren Nuancen die beiden Moderatorinnen Dr. Sabine Adler (München) und Dr. Monica Meyer-Bohlen (Oldenburg) durch ihre Fragen herauszuarbeiten suchten. Dass das nicht immer gelang, wurde in der abschließenden Diskussion mit allen 22 Zuhörern deutlich, in der noch eine tiefer schürfende Analyse gefordert wurde.