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Kommentar Politik pocht auf mehr Klimaschutz: Konflikte sind unvermeidlich

Meinung – Frederik Grabbe | 30.08.2019, 20:15 Uhr

Delmenhorst geht in Regenfluten unter. Teile der Politik sehen das als Folge des Klimawandels. Zwei Klimaschutzbündnisse im Rat fordern nun, den Schutz von Umwelt und Tierwelt zur Grundlage aller Entscheidungen in der Stadt zu machen. Konflikte sind vorprogrammiert. Ein Kommentar.

Die Regenfälle am Mittwoch haben eindrucksvoll vor Augen geführt, was die Wetterextreme anzurichten imstande sind. Davon können die 250 Helfer ein Lied singen, die im strömenden Regen über Stunden im Einsatz waren und gegen die Wassermassen anarbeiteten – der Dank hierfür kann nicht groß genug sein.

Mit den Bildern des Unwetters im Kopf scheint die politische Forderung nach mehr Klimaschutz zur rechten Zeit zu kommen. Doch müssen sich die sechs Ratsparteien fragen lassen, wie ernst sie es meinen: Warum diese Forderungen, wenn es doch seit 2014 ein städtisches Klimaschutzkonzept gibt? Und sind die Prioritäten richtig gesetzt, wenn 2018 die Stelle des Klimaschutzmanagers Christian Pade als Teil der Krankenhausrettung eingespart wurde? Diese Entscheidung hat die Politik ja mehrheitlich gestützt.

Pade hatte sich damals übrigens bitterlich über mangelnde Unterstützung aus der Verwaltung beklagt. Die Politik hat nun die Gelegenheit, der Verwaltung auf die Finger zu gucken und zu beweisen, dass sie das Thema ernsthaft verfolgt. Dafür darf sie Konflikte nicht scheuen. Denn aus den Forderungen wird bereits jetzt klar: Klimaschutz wird mit der aktuellen Baulandstrategie der Stadt nur schwer vereinbar sein.