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E-Bikes, Pedelecs und Elektrotretroller Polizei Delmenhorst informiert über neue und alte Verkehrsregeln

Von Niklas Golitschek | 04.10.2019, 17:05 Uhr

Ob Pedelec, E-Bike oder Elektrotretroller – in diesem Jahr hat sich auch gesetzlich einiges im Straßenverkehr getan. Torsten Blume von der Polizei Delmenhorst klärte deshalb über neue und alte Verkehrsregeln auf.

Delmenhorst. Unter anderem mit der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) hat sich in diesem Jahr für die Verkehrsteilnehmer so manches geändert. Schließlich gehörigen auch Pedelecs, E-Bikes oder Elektrotretroller inzwischen zum Straßenbild. Dabei gilt: Was neue Möglichkeiten bietet, birgt auch immer neue Gefahren mit sich.

Aus diesem Grund informierte Torsten Blume, Kontakt-Bereichs-Beamter beim Präventionsteam der Polizeiinspektion Delmenhorst, am Dienstagnachmittag in der AWO-Stätte der Begegnung im Hannelore-Händel-Haus über eben diese die Neuerungen und frischte auch das Wissen der neun Teilnehmer auf: „Wer jung ist, weiß es noch nicht, wer alt ist, vergisst es.“

Über Irrtümer aufgeklärt

Dabei räumte Blume auch gleich mit einem häufigen Irrtum auf, Pedelecs und E-Bikes seien nicht gleichzusetzen: „Pedelecs bieten Motorunterstützung beim Pedaletreten.“ Die Unterstützung ende ab einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern, weshalb sie laut Straßenverkehrsordnung gleichgestellt mit Fahrrädern seien. E-Bikes dagegen seien voll elektrisch betrieben. Und dann gibt es noch die Speed-Pedelecs, die eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde erreichen. Die seien jedoch ein Kraftfahrzeug, dürften erst ab 16 Jahren und mit einem Führerschein gefahren werden. Weitere Regularien beträfen eine Haftpflichtversicherung oder Bremslichter. Das Fahren ohne Versicherungsschutz sei dabei eine Straftat. Anders als bei normalen Fahrradfahrern sei es damit beispielsweise auch nicht erlaubt, in einer Einbahnstraße in die entgegengesetzte Richtung zu fahren oder Radwege zu benutzen.

Unter die eKFV fallen nun auch die Elektrotretroller und Segways. Wer Ersteres nutzen will, sollte laut Blume darauf achten, dass Handzeichen und Schulterblick schwieriger seien als auf dem Fahrrad.

Sich ausgiebig vertraut machen

Grundsätzlich empfahl Blume, sich mit dem neuen Gefährt an einem ruhigen Ort vertraut zu machen, bevor man damit in den Straßenverkehr geht. Mit dem Pedelec etwa beschleunige und fahre man schneller, wodurch sich auch längere Bremswege ergäben: „Als Autofahrer muss man immer damit rechnen, dass Rad- und Tretrollerfahrer schneller unterwegs sind, als gewohnt. Auf der anderen Seite muss man als Pedelecfahrer damit rechnen, dass man unterschätzt wird“, führte er aus. Auch wenn es keine Helmpflicht gebe, empfahl er, einen solchen Kopfschutz zu tragen. „91 Prozent der Handybesitzer nutzen eine Schutzhülle, aber nur 17 Prozent tragen einen Helm auf dem Rad“, zog er einen Vergleich.

Aufs Sehvermögen achten

Mit Blick auf das zunehmende Alter der Gesellschaft betonte Blume außerdem, dass jeder die Verantwortung für ein fehlerfreies Sehvermögen trage. Genauso sollte auf das Hörvermögen sowie die gesundheitliche Verfassung – psychisch und physisch – geachtet werden. Denn: „Fahrzeugführer müssen ständig neue Daten verarbeiten.“ Doch je weniger man fahre, desto unsicherer werde die Fahrweise. „In Übung bleiben, trainieren“, lautete daher sein Rat. Am 24. Oktober bietet die Verkehrswacht auch wieder ein Training für Senioren unter dem Motto „Fit im Auto“ an. Interessierte melden sich bei Walter Irmler unter der Telefonnummer 04221/9816437 oder per E-Mail an walter.irmler@web.de.