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Polizei prüft in Wildeshausen „Mittelschwere Mängel“ bei Lastwagenkontrolle an A1

Von Frederik Grabbe | 09.07.2018, 18:20 Uhr

Wildeshausen Abenteuerlich festgegurtete Fracht, ungesicherte Gasflaschen, nicht eingehaltene Ruhezeiten: Die Polizei hat Lastwagen und Busse an der A1 kontrolliert. In 63 Prozent der Fälle wurden Beanstandungen ausgesprochen.

Bei einer Kontrolle des Reise- und Güterverkehrs auf der A1 haben Beamte der Polizeidirektion Oldenburg kürzlich 19 Fahrzeuge in Augenschein genommen. Mehr als 63 Prozent der an der Raststätte Wildeshausen-Süd kontrollierten Reisebusse und Lastwagen wurden beanstandet.

Gitterboxen auf Holzblöcken aufgebockt

Der Mitteilung ist zu entnehmen, dass sich den Beamten der Regionalen Kontrollgruppe am vergangenen Freitag teilweise ein abenteuerliches Bild geboten haben muss. So fanden die Polizisten beispielsweise bei einem 46-jährigen Lastwagenfahrer aus Bremen zwei aufeinandergestapelte Gitterboxen samt Fracht, die auf der Kupplung der Zugmaschine standen. Diese Konstruktion fußte auf Holzklötzen und war mit Spannguten „gesichert“. Wegen dieses „zeckentfremdeten“ Lastwagens sei die Weiterfahrt zunächst untersagt worden, zumal die Gurte nicht an zugelassenen Zurrpunkten befestigt gewesen seien. „Der Fahrer musste die Gitterboxen abbauen. Erst dann konnte er die Fahrt fortsetzen“, schreiben die Beamten. Auf den 46-Jährigen wartet nun ein Bußgeldverfahren.

 (Weiterlesen: Unfallzahl im Großbaustellenbereich auf der A1 steigt um 70 Prozent an) 

Gasflaschen ungesichert auf Ladefläche

Ein weiteres fragwürdiges Beispiel im Umgang mit Frachten lieferte der 37-jähriger Fahrer eines Klein-Lastwagens aus Bremen: Zwei Gasflaschen waren gar nicht gesichert, an einer war noch ein Brenner montiert. Eine Tonne Zement auf der Ladefläche war zudem unzureichend gesichert. Das Bußgeld in diesem Fall: 300 Euro. Nachdem der 37-Jährige die Mängel beseitigt hatte, durfte er weiterfahren.

Gering gesicherte Fleischwaren

200 Euro Sicherheitsleistung musste ein 52-Jähriger aus Osteuropa zahlen, der die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten und der Fleisch- und Wurstwaren auf dem Weg nach Dänemark unzureichend gesichert hatte. Nach der Sicherung der Ladung durfte der Mann weiterfahren.

Lastwagenfahrer muss zum TÜV

Gleich mehrere Mängel stellten die Polizisten an Rahmen und Querträger bei einer Kontrolle eines Lastagens aus Borken fest. Der 64-jährige Fahrer musste danach das Gespann beim TÜV vorführen. Der Fahrer setzte nach einem Bußgeld von 270 Euro unter Auflagen seine Fahrt fort und muss die Schäden innerhalb von zwei Wochen beseitigen lassen, „eine kostspielige Reparatur“, stellen die Polizisten fest.

„Mittelschwere Verstöße“

Bei diesen aufgeführten Fällen habe es sich gemessen am Bußgeldkatalog um mittelschwere Verstöße gehandelt, stellt der Leiter der Kontrollstelle, Karsten Knelangen, fest. Die Regionale Kontrollgruppe komme rund achtmal im Jahr zum Einsatz und sei eine von sieben Kontroll-Themenfeldern. Sicherheitsrelevante Schwachstellen gab es am Freitag bei den Fahrzeugen nicht. In jedem Fall war eine Weiterfahrt möglich.