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Polizeieinsatz in der Innenstadt Berlin-Attentäter wurde in Delmenhorst vermutet

Von Eyke Swarovsky | 23.12.2016, 13:18 Uhr

In der Delmenhorster Innenstadt hat es am Freitagmorgen einen Polizeieinsatz gegeben. Es gab zwei Zeugenhinweise, dass sich der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri, der am Freitagmorgen in Mailand erschossen wurde, in Delmenhorst aufgehalten habe.

Die Pressestelle der Polizeidirektion Oldenburg bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass es am Vormittag zunächst Hinweise auf den mutmaßlichen Berlin-Attentäter Anis Amri in Delmenhorst gab. Anschließend folgte ein Einsatz am westlichen Ende der Langen Straße. Die Spurensicherung nahm ein mit Plakaten beklebtes Schaufenster neben einer Spielothek genauer unter die Lupe, stellte Plakate sicher und nahm Fingerabdrücke und DNA-Spuren auf.

Amri soll Freitagmorgen in Delmenhorst gesehen worden sein

Melissa Oltmanns, Pressesprecherin der Polizei in Delmenhorst erklärte am Nachmittag, dass am Freitagmorgen unabhängig voneinander zwei Zeugenhinweise eingegangen waren, dass sich der Gesuchte in der Delmenhorster Innenstadt aufhalten würde. Oltmanns: „Da die beiden Hinweise unabhängig voneinander eintrafen, haben wir dir Situation besonders ernst genommen und umgehend die Spurensicherung der Kriminalpolizei eingeschaltet.“ Zu diesem Zeitpunkt sei noch nichts über den Tod des mutmaßlichen Attentäters bekannt gewesen.

Anis Amri wurde am Freitag erschossen

Mittlerweile ist klar, dass Anis Amri am frühen Freitagmorgen bei einem Schusswechsel mit der Polizei in Mailand ums Leben kam. Dies bestätigten am Freitag der italienische Innenminister Marco Minniti und Generalbundesanwalt Peter Frank.

Es ist wahrscheinlich, dass der Tunesier am Montagabend einen Lastwagen in den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert und dabei insgesamt zwölf Menschen getötet und 48 Personen verletzt hat. Sein Aufenthaltsort war längere Zeit unbekannt. Theoretisch konnte er sich also tatsächlich in Delmenhorst aufgehalten haben. Nach dem 24-jährigen Amri war seit Donnerstag europaweit gefahndet worden.

Viele Verwechslungen

Ein Sprecher der Generalbundesanwaltschaft sagte, dass es durch die Öffentlichkeitsfahndung nach Amri zahlreiche ähnliche Einsätze im ganzen Land gebe. „In den meisten Fällen handelt es sich aber schlicht um Verwechslungen“, so der Sprecher.

Durch den Tod des Gesuchten in der Nacht zu Freitag in Italien ist ausgeschlossen, dass Anis Amri sich zum Zeitpunkt der Hinweise in Delmenhorst aufgehalten hat. „Weitere Ermittlungen sind damit hinfällig“, sagte Oltmanns.