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Positive Bilanz Delmenhorster Projekt Injob läuft seit einem Jahr

Von Marco Julius | 25.08.2017, 09:32 Uhr

Seit rund einem Jahr läuft jetzt das Projekt Injob, das die Anonyme Drogenberatung Delmenhorst (drob) und das Jobcenter gemeinsam anbieten. Die Bilanz fällt durchweg positiv aus.

Das Projekt Injob richtet sich an Menschen, die einen abstinenten oder kontrollierten Umgang mit Suchtmitteln erreichen wollen, eine sinnvolle Beschäftigung und einen geregelten Alltag suchen und sich so auf das Erwerbsleben vorbereiten möchten. Vor rund einem Jahr ist das gemeinsam Projekt von Drob und Jobcenter gestartet worden. Die Bilanz fällt auf allen Seiten positiv aus.

„In Niedersachsen blicken viele neidisch auf uns und dieses Projekt“, sagt Drob-Leiterin Evelyn Popp. Und auch die stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters, Marion Denkmann, sagt, dass bereits Anfragen von außerhalb gekommen seien. „Das ist ein Pilotprojekt.“

Arbeit für gemeinnützige Projekte

Arbeitssuchende, suchtmittelkonsumierende Menschen üben unter fachkundiger Anleitung etwa Garten- , Trocken- oder Malerarbeiten aus und bekommen dabei neben der Alltagsstruktur auch Hilfestellung bei schwierigen persönlichen Angelegenheiten. Die Teilnehmer von Injob arbeiten für gemeinnützige Projekte. Unter anderem sind sie auf dem Tierschutzhof oft aktiv. Auch beim Möbellager der Caritas haben sie ordentlich angepackt. „Am Anfang mussten wir Klinken putzen, jetzt kommen sehr viele Anfragen“, berichtet Anleiter Jürgen Witte.

Zwölf Plätze im Team gibt es, 18 Teilnehmer waren bislang insgesamt dabei. Die Fluktuation ist gering. Stefan Demenat macht von Beginn an mit. „Ich profitiere sehr stark von dem Projekt“, sagt er. Neben der Struktur im Alltag und dem Teamgedanken nennt Demenat vor allem das Erfolgserlebnis, am Ende des Tages das Resultat der Arbeit zu sehen als Pluspunkt.

Alkohol das Hauptproblem

Hauptproblem bei den Teilnehmern ist laut Popp der Alkoholkonsum. Aber auch Cannabis- und Opiatkonsumenten sind dabei, ein Teilnehmer hat eine Glücksspielabhängigkeit. „Aus unserer Sicht ist die ausgesprochen gute Kooperation mit den Arbeitsvermittlern und Fallmanagern des Jobcenters Delmenhorst sehr wertvoll, dadurch lassen sich viele Dinge schnell und unkompliziert klären“, sagt Popp. Eine Annäherung an den Arbeitsmarkt sei so möglich.