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Positive Bilanz nach einem Jahr Oltmanns-Haus zieht Delmenhorster Kunstfreunde an

Von Sonia Voigt | 15.10.2017, 09:30 Uhr

Die Verantwortlichen der Willi-Oltmanns-Stiftung sind zufrieden mit der Resonanz auf das Malerhaus. Seit einem Jahr sieht es als öffentlich zugänglicher Kunstort Delmenhorster an.

Ein Jahr nach dem Start als öffentlich zugänglicher Kunstort hat sich das Malerhaus von Willi Oltmanns unter Kunstfreunden und anderen interessierten Delmenhorstern etabliert. 20 bis 30 Besucher kommen an jedem der monatlichen Öffnungstage wie zuletzt am Samstag, berichtet Dr. Wiebke Steinmetz, „die Menschen haben weiterhin Interesse, es sind immer neue Gesichter dabei“. Auch das Alter variiere. Neben Senioren, die von eigenen Erlebnissen mit den Oltmanns berichten, sind auch kunstbegeisterte Jugendliche dabei.

Hunderte Bilder und persönliche Dinge des Malers zu sehen

Als Vorsitzende der Willi-Oltmanns-Stiftung hatte Steinmetz die Federführung bei der aufwendigen Herrichtung des Hauses am Klosterdamm 72 für die Öffentlichkeit, wie von der 2015 verstorbenen Witwe des Malers Lilo Oltmanns gewünscht. Nun freut sich die Stiftungsvorsitzende, dass sich die viele Arbeit sich gelohnt hat und das mit hunderten Gemälden, aber auch persönlichen Dingen wohnlich eingerichtete Haus die Delmenhorster anzieht. „Jetzt ist das Haus gut in Schuss und es ist ein Leichtes, an verschiedenen Stellen weiterzumachen“, sagt sie. Neu ist, dass ab Januar der hintere Teil des Hauses als Büro an ein Unternehmen vermietet wird, um die niedrigen Zinsen für die Stiftungsmittel aufzufangen.

Wechselnde Ausstellungen zeigen Aquarelle und Ölgemälde

Mit wechselnden Ausstellungen zeigt Steinmetz immer neue Ausschnitte aus Willi Oltmanns’ Schaffen. Aktuell sind nach einer Schau mit Aquarellen nun norddeutsche Landschaften in Öl zu sehen, „aus der Mitte der 1960er bis in die 70er Jahre hinein, als Willi Oltmanns die volle Virtuosität seiner Ölmalerei entwickelte“. Der Ganderkeseerin Pia Handke liegen sie weniger als die zuvor gezeigten Stillleben in Aquarell von denen sie sogar eines kaufte. Als Delmenhorster Maler sei ihr Oltmanns durchaus ein Begriff gewesen, sagt Handke. Das sei außerhalb der Stadtgrenzen aber längst nicht bei jedem so, stellt sie fest. Am von außen unscheinbaren Malerhaus schätzt sie die „tolle Einrichtung im Bauhaus-Stil“.

Willi-Oltmanns-Preis soll wieder ausgelobt werden

Genug zu tun bleibt. „Wir sind noch dabei die insgesamt rund 1200 Aquarelle zu katalogisieren“, erklärt Dr. Wiebke Steinmetz. Dann plant sie, regionale Museen wegen Ausstellungen anzusprechen, auch Kinderangebote oder ein Sommerfest seien künftig denkbar. „Und wir wollen den mit 5000 Euro dotierten Willi-Oltmanns-Preis wieder ausloben“, sagt die Kunst-Fachfrau. Bislang wurde er vier Mal an Künstler verliehen – ein fünftes soll folgen.