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Posse um Findlinge vor Apotheke Delmenhorst reagiert mit Steinen gegen wilde Parker

Von Michael Korn | 27.03.2015, 18:51 Uhr

Bislang konnten Patienten auf dem Eckgrundstück gegenüber der Südapotheke in Düsternort parken. Die Stadt setzte dem „wilden“ Treiben jetzt jäh ein Ende – und erntet massive Kritik.

Dr, Andrei Dinescu schüttelt über so viel Behördenwillkür – wie er es empfindet – den Kopf. Dringend benötigte Patienten-Parkplätze habe die Stadt einfach in einer Nacht- und Nebelaktion durch das Platzieren von Findlingen unnutzbar gemacht. Was Dinescu noch mehr ärgert: Eine Information für die betroffenen Ärzte und den Apotheker an der Bürgermeister-Koch-Straße in Düsternort habe es nicht gegeben. Die Stadt wies die Kritik an der Absperrung der betroffenen Fläche auf dk-Nachfrage zurück.

Stellflächen reichen nicht aus

Der Allgemeinmediziner sagte, viele Patienten seien auf einen gut erreichbaren Parkplatz in unmittelbarer Praxennähe angewiesen, da sie teilweise mit Rollstuhl oder Rollator zum Arztbesuch kämen. Weitere Wege seien nicht zumutbar. Aufgrund der gesperrten Fläche seien die Kunden und Patienten nun gezwungen, auf dem Gehweg zu parken, da die Stellflächen vor Apotheke und Praxen bei Weitem nicht ausreichten. Dinescu bekräftigte, er und die übrigen Gewerbetreibenden wären bereit gewesen, das Herrichten eines ordnungsgemäßen Parkplatzes auf dem betroffenen Stadt-Grundstück mitzufinanzieren.

Schadensfall gab Anlass

Rathaus-Sprecher Timo Frers teilte am Freitag mit, dass ein Schadensfall Anlass dafür gewesen sei, dass die Stadtverwaltung an besagtem „Eckgrundstück“ tätig werden musste. Zudem handele es sich bei dem „widerrechtlich genutzten Rasenstück“ um eine Grün- und nicht um eine Parkfläche. Für den Besuch von Arztpraxen oder Apotheke stünden insgesamt 13 Stellplätze, davon einer für Schwerbehinderte, zur Verfügung.

Deutlich abgegrenzte Grünfläche

Die Schäden, die durch die unsachgemäße Nutzung der Fläche in der Vergangenheit an Geh- und Radweg entstanden sind, liegen laut Frers um ein Vielfaches höher als für die gestalterische Anpassung der Grünfläche. Hierfür sei eine Summe im unteren dreistelligen Euro-Bereich ausgegeben worden.

Parallel zur Bürgermeister-Koch-Straße beziehungsweise zum Damm der Autobahn 28, verlaufe ein Geh- und Radweg, der im Einmündungsbereich nördlich verschwenkt. Insbesondere hierdurch entstehe die kleine Grünfläche, die in der Vergangenheit „auf unzulässige Weise zum Parken genutzt worden ist“. Dieser Weg, über den die „Wildparker“ zu besagter Parkfläche gelangen, besitze einen Bordstein und sei deutlich gegenüber der Straßenfahrbahn abgesetzt.

Unabhängigen-Ratsherr Peter Stemmler hat bei der Stadt beantragt, die Findlinge wieder zu beseitigen – alternativ seien die Kosten für den Ausbau als Parkplatz zu beziffern.