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Post aus der Vergangenheit 150 Briefe aus dem Jahr 2001 aufgetaucht

Von Frederik Grabbe | 27.03.2015, 15:29 Uhr

Im Bremer Briefzentrum der Post sind 150 Briefe aufgetaucht, die allesamt vor 14 Jahren verschickt worden sind. Ursel Bornemann ist die Empfängerin eines dieser Briefe.

Steckt man einen Brief in einen Postkasten, erreicht dieser innerhalb von vier Tagen seinen Bestimmungsort im Inland. Sollte man meinen. In Delmenhorst war nun ein Brief 14 Jahre lang unterwegs. Wie sich herausstellte, ist er nur einer von 150 Briefsendungen aus dem Jahr 2001, die erst jetzt im Bremer Briefzentrum der Post aufliefen.

Spende von 300 D-Mark

Ursel Bornemann ist Vorsitzende der Selbsthilfegruppe „Die Kette“. Im Herbst des Jahres 2001 hatte sie bei der örtlichen Filiale der AOK am Hans-Böckler-Platz einen Antrag auf Projektförderung gestellt. Die Antwort wurde an den Sitz der Selbsthilfegruppe, ans Schaar-Haus an der Bremer Straße, geschickt. Zwischen diesen beiden Adressen liegt eine Entfernung von einem Kilometer. Diese Woche Mittwoch, 13 Jahre und sieben Monate später, erhielt Bornemann eine Antwort: Darin bewilligt die AOK der Selbsthilfegruppe eine Unterstützung von 300 D-Mark.

Wo war der Brief die letzten Jahre?

„Als ich angefangen habe, den Brief zu lesen, habe ich mich gewundert. Denn für dieses Jahr haben wir noch keine Förderanträge rausgeschickt“, schildert Bornemann. Dann sah sie das Datum im Briefkopf: 24.09.2001. Die zwei Poststempel auf dem Kuvert geben einmal denselben Tag sowie den 24.3.2015 an. „Wo war der Brief die letzten Jahre?“, fragt sich Ursel Bornemann. Die 72-Jährige nimmt es mit Humor. Der Post trage sie nichts nach. „Dass der Brief erst so spät angekommen ist, hat uns eher zu Lachsalven hingerissen.“

150 alte Briefe aufgetaucht

Der verirrte Brief Bornemanns ist kein Einzelfall: Wie eine Nachfrage bei der Post ergab, wurden kürzlich 150 solcher Briefe gefunden, die vor 14 Jahren im Postleitzahlgebiet beginnend mit den Ziffern 277, also zwischen Osterholz-Scharmbeck und Wildeshausen, versendet worden waren. Die Post-Sprecherin Maike Wintjen teilte weiterhin mit, dass alle einen Stempel eines privates Zustelldienstes sowie einen der Post tragen. Im Fall Bornemanns trug der Brief den Stempel der RegioPost, die es mittlerweile nicht mehr gibt. Wintjen vermutet: „Vielleicht sind Räumlichkeiten eines privaten Dienstes aufgelöst worden. Jemand könnte die Altbriefe in Postkästen geworfen haben. So wurden sie dann ausgeliefert.“