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Präventionsprojekt Jugendhilfe-Stiftung Delmenhorst klärt auf

Von Florian Fabozzi, Florian Fabozzi | 26.09.2017, 22:11 Uhr

Bereits zum zehnten Mal organisiert die Delmenhorster Jugendhilfe-Stiftung eine Präventionsprojektwoche an der Oberschule Süd. Die Klassenstufen sechs bis acht sollen für die Themen Sexualität, Gewalt und Sucht sensibilisiert werden.

Organisiert wird die Projektwoche von den Sozialarbeiterinnen Evke Evers-Feige und Mae Hundhausen. Für den Themenkomplex Drogensucht, der sich explizit an die achte Klassenstufe richtet, ist Nils-Oke Bartelsen vom Kommunalen Präventionsrat Delmenhorst (KPR) hauptverantwortlich.

In mehreren Workshops werden die Jugendlichen auf spielerische und interaktive Art an die erwähnten Themen herangeführt. Gemeinsam mit der Theatergruppe „Wilde Bühne“ aus entwickeln die Schüler Szenen, in denen Gewalt und Sucht thematisiert werden. Die Projektwoche bietet den Schülern obendrein die Möglichkeit, lokale Institutionen kennenzulernen. So bekommen die Schüler der siebten Klasse Besuch von Mitarbeiterinnen der Pro familia und der Aidshilfe Oldenburg, die unter anderem über sexuelle Risiken und Verhütungsmethoden referieren. Von großer Bedeutung ist auch der Kontakt zu Betroffenen. Im Zuge dessen sind heute Mitglieder der Anonymen Alkoholiker zu Gast, um von eigenen Suchterfahrungen zu berichten.

Orientierungspunkte bieten

Ziel der Projektwoche ist es, den Kindern und Jugendlichen Orientierungspunkte zu bieten, Wissenslücken zu schließen und eine Vertrauensbasis zu schaffen. Die Jugendlichen sollen sich selbst einbringen, es soll Raum geben, eigene Anliegen und Bedürfnisse zu äußern. Tabuthemen gibt es nicht.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor, dem die Sozialarbeiter versuchen entgegenzuwirken, ist beispielsweise der mediale Druck, den sich viele Jugendliche im Bezug auf Sexualität ausgesetzt sehen. Hier führt Hundhausen die Pornografie an: „Pornografische Videos vermitteln Jugendliche ein falsches Bild von Sexualität.“

Schüler mit viel Energie dabei

Die Workshops werden von den Jugendlichen überwiegend positiv aufgenommen. „Die Kinder sind immer mit viel Energie dabei“, schildert Evke Evers-Feige. Die Jugendhilfe-Stiftung arbeitet für die Projektwoche eng mit den Lehrkräften zusammen. So nahmen acht Lehrer im Vorfeld an einer Schulung der Anonymen Drogenberatung Delmenhorst teil. Schließlich benötigen die Schüler und Schülerinnen auch über die Projektwoche hinaus vertrauenswürdige Ansprechpartner, die die nötigen Kompetenzen mitbringen, auf Probleme und Sorgen adäquat eingehen zu können.