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Premiere am 9 Niederdeutsches Theater probt für „Döör an Döör’nanner“

Von Alexander Schnackenburg | 27.11.2015, 19:07 Uhr

Aus dem Sanatorium in ein neues Zuhause, das aus einem Durchgangszimmer besteht – das führt natürlich zu Verwicklungen. Das Publikum dürfte ab 9. Januar seinen Spaß haben, wenn das Niederdeutsche Theater Delmenhorst „Döör an Döör‘nanner“ auf die Bühne bringen..

Durch zwei Drittel des Stücks sei das Ensemble bereits durch, erklärt Ullrich Matthaeus. Und das, obwohl dem Niederdeutschen Theater Delmenhorst (NTD) noch sechs Wochen Zeit zum Proben blieben. Der Regisseur zeigt sich angetan vom Engagement des Ensembles. Am Samstag, 9. Januar, steht die Premiere von Frank Gruppes Komödie „Döör an Döör’nanner“ im Kleinen Haus an.

Antonia sucht ein ruhiges Zuhause

Im Zentrum des Stücks steht die Geschichte der Antonia Kleinschmitt (Elke Seevers), die nach längerem Aufenthalt im Sanatorium ein neues, möglichst ruhiges Zuhause sucht. Es kommt natürlich anders: Sie landet als Untermieterin in einem Durchgangszimmer, muss sich von nun an immer wieder unverhofft mit einer kettenrauchenden Putzfrau, einer scheinbar taubstummen alten Dame und einem geschwätzigen arbeitslosen Schauspieler herumschlagen. Vor allem aber lernt sie den selbsterklärten Versager Ernst Klapproth kennen, dem ein Selbstmordversuch nach dem anderen missglückt – die ideale Rolle für den Komödianten Andreas Giehoff.

Giehoff feiert Jubiläum

Der 53-jährige feiert mit dieser Produktion sein 25-jähriges Jubiläum am NTD. 23 Rollen hat der Bremer bereits für die Delmenhorster verkörpert – darunter auch schon die des Ernst Klapproth: als das NTD „Döör an Döör’nanner“ vor 21 Jahren aufführte. Giehoff, der das Plattdeutsche wegen seiner Direktheit liebt, ist nicht nur mit der Sprache aufgewachsen. Er hat das Theaterspiel auf Platt zudem bereits in den achtziger Jahren an der (heute nicht mehr existenten) Theaterschule des Bremer Waldau-Theaters gelernt, um sich letztlich aber doch für den Beruf des Feinmechanikers zu entscheiden.

„Feierabendtheater“

Umso wichtiger ist ihm das Engagement für das NTD. Giehoff charakterisiert es als „Feierabendtheater“. Den Begriff „Laientheater“ lehnt er ab, da dieser der Professionalität des Ensembles und seines Umfelds nicht gerecht werde.

Keine Ablenkungsmanöver

Ähnlich sieht es auch Ullrich Matthaeus. Der Regisseur hat sich für „Döör an Döör’nanner“ ein recht karges, nach allen Seiten offenes Bühnenbild überlegt: weil er Requisiten, die gar nicht benötigt würden, nicht leiden könne, sie lenkten nur ab. Derartige Ablenkungsmanöver aber hätten weder das Stück noch er oder das Ensemble nötig, findet Matthaeus. Im Januar und Februar sind insgesamt elf Aufführungen vorgesehen.