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Premiere beim Volksfest Schausteller in Delmenhorst spendieren Flüchtlingen Rundgang

Von Thomas Breuer | 20.04.2015, 22:12 Uhr

Für Menschen aus Mazedonien, Serbien, Eritrea und Syrien war es ein besonderer Montag. Sie bekamen einen Marktbummel mit allem Drum und Dran geschenkt.

Es ist eine gute Tradition der Schausteller, dass sie im Frühjahr und Herbst jeweils montags eine Gruppe von Kindergartenkindern zu einem Bummel über den Kramermarkt einladen. Am Montag freuten sich darüber 23 Mädchen und Jungen vom Lessingplatz. Wenig später hatten die Marktleute weitere Gäste: Erstmals spendierten sie auch knapp 30 in Delmenhorst lebenden Flüchtlingen einen Rundgang über die Graftwiesen.

Ganz kurzfristige Aktion

„Das war eine ganz kurzfristige Sache“, sagte Rick Paßquali aus einer Gruppe junger Schausteller, die die Betreuung übernommen hatte. „Und für uns ist das eine Kleinigkeit.“ Nachdem die Idee erstmals am Wochenende kursierte, waren Stadtverwaltung und Integrationslotsen in die Vorbereitung involviert. Integrationslotse Ishak Kilic war schließlich mit Familien aus Mazedonien, Serbien, Eritrea und Syrien vor Ort.

„Das ist für die Menschen etwas Besonderes“, sagte er. „Sie könnten sich das von der finanziellen Grundsicherung, die sie bekommen, sonst nicht erlauben.“ Am Montagnachmittag bekamen sie nicht nur Eis, Pommes und Lebkuchenherzen spendiert, sondern durften auch gratis das Riesenrad und diverse Karussells nutzen.

Grundlegende Neuerung in der Diskussion

Unterdessen wird in Schaustellerkreisen weiter über eine grundlegende Neuerung diskutiert, nämlich über einen Beginn des Frühjahrsmarktes künftig schon am Freitag. Im Herbst soll dagegen alles beim bewährten Ablauf bleiben. Ebenso ist auch nicht daran gedacht, den samstäglichen Festumzug im Frühjahr vorzuverlegen oder das Feuerwerk zum Finale ausfallen zu lassen.

Besprochen wurde die Idee erstmals in größerer Runde bei der Jahreshauptversammlung der hiesigen Schausteller am vergangenen Freitag. Laut Sprecher Gerhard Berger halten sich Befürworter und Gegner einer Verschiebung im Frühjahr die Waage. Ralf Böker, der ein Kinderkarussell betreibt, möchte nichts verändern. „Das würde drei, vier oder fünf Jahre dauern, bis sich die Leute daran gewöhnt haben“, meint er.

Politik entscheidet über Öffnungszeiten

Der zuständige Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung, Horst Janocha, sagte, die Schausteller müssten sich einig werden. Dann sähe er keine Probleme für eine Verschiebung oder sogar für eine Ausweitung um den Freitag. Allerdings sei die Entscheidung über die Öffnungszeiten des Kramermarktes der Politik vorbehalten.