Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Premiere im Kleinen Haus Niederdeutsches Theater Delmenhorst überzeugt

Von Alexander Schnackenburg | 10.01.2016, 18:09 Uhr

Eine gelungene Priemiere hat das Niederdeutsche Theater Delmenhorst im Kleinen Haus gefeiert. Die Komödie kam beim Publikum gut an.

Ullrich Matthaeus hatte einen guten Riecher: Die Idee des Regisseurs, Frank Gruppes Komödie „Döör an Döör’nanner“ mit dem Niederdeutschen Theater Delmenhorst ohne begrenzende Wände auf die Bühne zu bringen, hat sich mit der Premiere als Schlüssel zum Erfolg seiner Inszenierung erwiesen. Das Publikum im etwa zur Hälfte gefüllten Kleinen Haus ging sichtlich angetan mit.

Dabei erzeugt die Bühne (Petra Witte) vor allem Unruhe. Genau das muss sie aber auch. Denn in „Döör an Döör’nanner“ geht es denkbar ungemütlich zu: Die ruhebedürftige Antonia Kleinschmitt (Elke Seevers) zieht nach langem Sanatoriumsaufenthalt in ein Zimmer der penetranten Wirtin Hertha Müller-Meisenstein (Birgit Schütte), um allzu schnell festzustellen, dass sie in dieser Bleibe wider Erwarten ganz und gar keine Ruhe zu erwarten hat. Viel mehr wimmelt es nur so vor aufdringlichen Nachbarn. Auch entpuppt sich das „ruhige“ Heim als Durchgangszimmer.

Giehoff in seiner Paraderolle

Die Ereignisse überschlagen sich: Kleinschmitt, mit den Nerven am Ende, verliebt sich ausgerechnet in ihren Zimmernachbarn Ernst Klapproth, der, erst eine Pistole, später einen Strick in Händen, offenbar noch nicht einmal dazu fähig zu sein scheint, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Dafür verfügt dieser Mann, der sich selbst als Versager sieht, über ein anderes Talent: Er schreibt Gedichte, wenn auch ausschließlich selbstmörderischen Inhalts. Jubilar Andreas Giehoff, seit 25 Jahren beim Niederdeutschen Theater, findet in Klapproth so etwas wie eine Paraderolle, verleiht der Figur Dünnhäutigkeit und Dickfelligkeit zugleich. Sein Klapproth schwankt im Minutentakt zwischen offener Verzweiflung und distanziertem Sarkasmus.

Slapsticks verleihen Charme

Doch auch die übrigen Rollen des Stücks haben Regisseur Matthaeus und die Schauspieler des Niederdeutschen Theaters durchdacht entwickelt. So absurd die Handlung, so stimmig das Bild, das hier von den Figuren Gruppes entsteht. Hübsche Slapsticks verleihen der Inszenierung zusätzlichen Charme.

Die nächsten Vorstellung von „Döör an Döör’nanner“ finden am kommenden Samstag, 16. Januar, um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 17. Januar, um 15.30 Uhr statt. Weitere Informationen gibt es auf der Website „www.ntd-del.de“.