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Premiere in Delmenhorst Chaos um liebestollen Politiker auf Plattdeutsch

Von Dirk Hamm | 22.03.2015, 20:28 Uhr

Stürmischen Applaus hat das Ensemble des Niederdeutschen Theaters Delmenhorst für seine neueste Inszenierung geerntet. Die Komödie „To’n verleven, disse Fischer“ bot viel Raum für Situationskomik.

Er ist so etwas wie ein Provinz-Berlusconi, dieser Albert Seefeld, seines Zeichens Bürgermeister des Städtchens Stöckebeck: Bestechung, Korruption und Einschüchterung gehören zu seinem Repertoire, und sein Landhaus nutzt er als geheimes Liebesnest. Doch dann kommt es dort an einem verschneiten Tag zu aberwitzigen Verwicklungen und Verwirrungen, und nichts wird es mit dem Traum, auf der Karriereleiter hochzuklettern und in den Landtag einzuziehen. Herrlich überdreht hat Heiko Petershagen diese von einer Verlegenheit in die nächste schlitternde Figur in der Komödie „To’n verleven, disse Fischer“ gespielt, mit der das Niederdeutsche Theater Delmenhorst am Samstagabend im Kleinen Haus Premiere feierte.

Viel Situationskomik

Zu gut zwei Drittel waren die Sitzreihen im Theatersaal gefüllt, als sich der Vorhang öffnete. Und das Ensemble legte im ersten Akt gleich mit viel Situationskomik los. Der liebestolle Bürgermeister hofft auf ein Schäferstündchen mit Silke, seiner Geliebten. Beim Strip-Poker fällt das eine oder andere Kleidungsstück. Ohne zu sehr ins Frivole abzugleiten, verlangte die Inszenierung – Regie führte Dirk Wieting – also auch körperlichen Einsatz von Heiko Petershagen und Doris Ostermann, die in der Rolle der Geliebten zu überzeugen wusste. Zum Schießen komisch war, wie sie die Szenen anlegte, in denen Silke sich mit Hochprozentigem vollkommen abgeschossen hatte.

Stürmischer Applaus

Auch Torsten Wieting hatte seine spärlich bekleideten Szenen. Er verkörperte den Obdachlosen Kay Fischer, der im Landhaus auftaucht, um den Bürgermeister an sein Versprechen zu erinnern, für Wohnraum für alle zu sorgen. So bringt er eine Kette von Ereignissen in Gang, die immer mehr ins vergnügliche Chaos führen. Ihren Anteil daran hatten auch Irene Seefeld (Elke Seevers), die gehörnte Ehefrau, Polizist Reimer Bartz (Andreas Giehoff), der einiges einstecken muss, und Bettina Wilkens (Birgit Röben), die Ministerin mit der Merkel-Raute. Am Ende durften sich das Ensemble und die Crew hinter den Kulissen den ebenso stürmischen wie verdienten Applaus des Publikums abholen.