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Premiere von „Deception“ Leinwand-Action – Made in Delmenhorst

Von Eyke Swarovsky | 20.06.2016, 15:07 Uhr

Aus der Idee für eine Szene wurde ein ganzes Drehbuch. Die beiden Delmenhorster Filmemacher Daniel Müller und Malte Gorski haben am Freitag die Premiere ihres Action-Kurzfilms „Deception“ im MaxX gefeiert.

„Eigentlich war alles ganz anders geplant.“ Das erzählen die beiden Jung-Filmemacher Daniel Müller (23) und Malte Gorski (23) im Gespräch mit unserer Redaktion. Der ursprüngliche Gedanke im Februar vergangenen Jahres sei gewesen, eine Action-Sequenz von vier bis fünf Minuten zu drehen – einfach aus Spaß. Doch die Ideen sprudelten aus den beiden Studenten heraus. „Und so wurde aus einem kleinen Skript ein größeres Drehbuch“, sagt Müller. Am Ende wurde der Film 25 Minuten lang.

Hier sehen Sie den Film in voller Länge

Film an zwölf Tagen gedreht

Im Mai 2015 begannen die ambitionierten Hobby-Filmer mit den Dreharbeiten zu „Deception“, zu Deutsch „Täuschung“. Zwölf Drehtage absolvierte das Team, in dem Gorski und Müller nicht nur als Regisseure, sondern auch als Produzenten, Nachbearbeiter, Drehbuchautoren und Darsteller fungierten. „Wir haben mehrere Hundert Stunden Arbeit in das Projekt gesteckt“, sagt Gorski, der als Michael auch gleich die Hauptrolle in dem Film übernahm. Dass er schauspielerisches Talent besitzt, stellt er regelmäßig auch im Kleinen Haus in den Theaterproduktionen der Musikschule Delmenhorst unter Beweis.

Idee durch NSA-Skandal

In „Deception“ geht es um ein Paar, das ein Programm der NSA klaut, um es zu Geld zu machen. Die Rechnung haben sie jedoch ohne eine kriminelle Bande gemacht, die das Programm ebenfalls haben will. Und so beginnt der wilde Kampf um die wertvollen Daten. „Als wir die Idee hatten, war der NSA-Skandal noch aktuell“, sagt Gorski.

Premiere im großen Kinosaal

Wie es sich für einen Actionfilm gehört gibt es reichlich Schläge, gefesselte Frauen, Schüsse und Kunstblut. Regisseur und Chef-Cutter Müller erklärt: „Wir haben in der Nachbearbeitung viel Wert darauf gelegt, dass wir diesen Hollywood-Look hinbekommen.“ Das haben sie geschafft, wie am Freitag bei der Premiere im Kino 7 des Maxx zu sehen war. Rund 150 Mitwirkende, Freunde und Verwandte bekamen den in Delmenhorst, Bremen und Landkreis Oldenburg gedrehten Streifen erstmals zu sehen – und spendeten tosenden Applaus. „Die Arbeit hat sich gelohnt“, fasst Gorski zusammen und freut sich über das viele Lob, das er und sein Team an diesem Abend bekommen.

Hauptrolle musste kurz vor Drehstart umbesetzt werden

Dabei wäre das ganze Projekt beinahe geplatzt. „Einen Tag vor unserem geplanten Drehstart ist uns unsere Hauptdarstellerin abgesprungen“, erinnert sich Müller. Über Facebook starteten er und Gorski kurzerhand einen Aufruf, auf den sich Maria Esfandiari meldete. „Ohne sie hätten wir ein Problem gehabt“, sagt Müller sichtlich erleichtert. Die Notlösung entpuppte sich für das Projekt jedoch als Glücksgriff. Esfandiari spielt ihre Rolle als Gangsterbraut Jacky überzeugend charmant. Größter Pluspunkt des Films ist aber wohl Bösewicht Artur Florkowski alias „Boss“. Eine Erscheinung, der man im Dunklen lieber nicht begegnen mag. Die perfekte Besetzung für einen Film-Ganoven.

Professionelle Aufnahmen aus der Luft

Rund 1000 Euro haben Müller und Gorski in den Film investiert. „Wir mussten uns ein bisschen neue Technik zulegen, vor allem Beleuchtung“, sagt Gorski. „Ansonsten war das aber eine No-Budget-Produktion. Alle haben das aus Spaß an der Sache gemacht.“ Für die professionellen Luftaufnahmen hatte der Delmenhorster Drohnen-Spezialist Markus Teske seine Unterstützung zugesagt. „Wir können uns gar nicht so viel bedanken, wie wir gern würden“, sagt Müller. Gorski schwärmt noch beim Erzählen: „Egal, wen wir gefragt haben, so gut wie jeder war uns wohl gesonnen und hat uns geholfen, wo er konnte. Egal, ob es um Drehorte ging oder ob uns anders geholfen werden musste. Das war gigantisch.“

Film soll Preise gewinnen

Nachdem Gorski und Müller bereits in der Vergangenheit kleinere Filmprojekte verwirklicht haben, unter anderem einen Imageclip über den Bremer Freimarkt, wollen sie mit „Deception“ jetzt den nächsten Schritt gehen. „Aus dem Hobby wird langsam mehr, die Ambitionen wachsen“, sagt Müller. Er und Gorski wollen den Film bei Wettbewerben einreichen und sich in Zukunft weiter professionalisieren. Zahlreiche Ideen für neue Projekte gibt es jedenfalls schon.

Hier geht‘s zum Making of von „Deception“