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Probestauung vor Delmenhorst Schafe am Delme-Stauwerk in Schlutter nicht in Gefahr

Von Frederik Grabbe | 17.11.2015, 16:49 Uhr

Wegen der Regenfälle soll sich am Sonntag das Hochwasserrückhaltebecken in Schlutter gefüllt haben. Ein Schäfer habe in letzter Minute seine Schafe in Sicherheit bringen können, berichteten verschiedene Medien. Doch so derart dramatisch ereigneten sich die Dinge nicht.

Am Sonntag hatte der Ochtumverband nach den Regenfällen am Wochenende das Hochwasserrückhaltebecken in Schlutter mit dem Wasser der Delme zu Probezwecken gefüllt . Einige Medien berichteten daraufhin über Schafe, die auf der normalerweise wasserfreien Fläche grasten und aufgrund des Hochwassers im Rückhaltebecken zu ertrinken drohten . Der Wanderschäfer Karl-Heinz Becker habe sie dann gerettet, indem er sie auf die Deiche trieb, hieß es. In einem Bericht war von 400 Tieren die Rede.

Landwirte waren im Vorfeld informiert

Von dem geplanten Wasserstau des Ochtumverbands war allerdings keine die Rede. „Wir haben den Schäfer sowie alle anderen Landwirte in dem Bereich, die das Rückhaltebecken zur Beweidung nutzen, bereits im Vorfeld der Stauung informiert“, so der Geschäftsführer des Ochtumverbandes, Matthias Stöver. Dies sei im Falle einer Flutung extra in einem Betriebsplan vorgesehen. So werden bei einer Wasserstauung bis zu 12 Landwirte informiert, damit sie ihre Tiere von den Weiden in Ställe oder auf höher gelegenes Terrain holen. Im Falle des Schäfers haben sich einzelne Tiere von der Herde gelöst und mussten später durch das Wasser auf einen Deichrücken getrieben werden, so Stöver.

Optimale Bedingungen für Test

Sonntagmittag hatte der Ochtumverband begonnen, die Probestauung einzuleiten, um das 2014 fertiggestellte Sperrwerk zu testen. Mit 30 Litern Niederschlag pro Quadratmeter sei am Sonntagmorgen der Zeitpunkt dafür „ideal“ gewesen, so Stöver. Auch wenn die Stauung relativ kurzfristig eingeleitet worden sei, Gefahr habe nicht bestanden.