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Problemblöcke 11-12 Stadt Delmenhorst macht Wollepark-Eigentümern Kaufangebot

Von Frederik Grabbe | 17.05.2017, 14:10 Uhr

Die Stadt Delmenhorst hat den 49 Eigentümern der Blöcke Am Wollepark 11-12 ein Kaufangebot gemacht. Zudem strebt sie einen Kauf der nebenliegenden Blöcke 13-14 an. Eine erste Familie ist eine städtische Notunterkunft gezogen.

Im Streit um unbezahlte Rechnungen für Gas und Wasser hat die Stadt Delmenhorst allen 49 Eigentümern der Problem-Wohnblöcke Am Wollepark 11 und 12 ein Kaufangebot gemacht. Das teilte Stadtsprecher Timo Frers am Mittwoch dem epd mit. Allerdings sollten möglichst alle Eigentümer zum Kauf bereit sein. Und: Der Kaufpreis müsse sich am Verkehrswert orientieren. Zuletzt seien rund 6.000 Euro pro Wohnung gezahlt worden.

Kauf von Nachbargebäude angestrebt

 (Weiterlesen: Fragen und Antworten zum Gas- und Wasserstopp im Wollepark) 

Zudem will die Stadt auch die Blöcke Am Wollepark 13 und 14 kaufen. Dem Eigentümer habe die Stadt ebenfalls ein Angebot gemacht, sagte Frers. Einer der Blöcke stehe bereits leer, in dem zweiten seien nur einige Wohnungen noch vermietet. Obwohl es dort nur einen Eigentümer gebe, herrschten in den Gebäuden ähnlich schlechte Zustände. Die Stadt habe ein Vorkaufsrecht, der Eigentümer könne dieses auch nicht abwenden. Ein Angebot von 700.000 Euro sei abgelehnt worden. Dem Oldenburger Verwaltungsgericht liege ein neues Gutachten vor. Es werde demnächst über die Summe entscheiden. Die Blöcke 1 bis 6 hat die Stadt bereits gekauft. Sie werden derzeit abgerissen.

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Erste Familie in Notunterkunft gezogen

Unterdessen ist die eine erste Familie aus den Blöcken 11 und 12 in eine Notunterkunft der Stadt umgezogen, teilte Frers mit. Die achtköpfige Familie sei in die frühere Fröbel-Schule gezogen, sagte Frers. Die Familie habe sich von sich aus an die Stadt gewandt und um Hilfe gebeten. Dort sei auch Platz für weitere Familien. Zuvor hätten dort Flüchtlinge gewohnt. Diese seien in ein Gebäude nahe der Kaserne in Adelheide verlegt worden. „Wir haben Platz genug, um Familien oder körperbehinderte Bewohner eine Unterkunft anzubieten“, sagte Frers. „Einer weiteren Familie wurde von der Stadt am Dienstag ebenfalls die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft angeboten. Diese Familie hat aber abgelehnt.“ Die Stadt werde eingreifen, wenn in den beiden Hochhäusern aufgrund der Wohnsituation das Kindeswohl gefährdet sei.

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Wasserstopp seit Montag, 350 Betroffene

Der Zahlungsstreit zieht sich mittlerweile über mehrere Wochen hin. Nach Angaben der Stadtwerke schuldet die Hausverwaltung dem Energieversorger rund 130.000 Euro für Gas und Wasser - Geld, das die Mieter ihren Vermietern bereits gezahlt haben. Am Montag hatten die Stadtwerke deswegen die Wasserversorgung abgestellt. Rund 350 Bewohner müssen sich mit Eimern und Kanistern über einen Hydranten versorgen.

Polizei ermittelt

Währenddessen ermittelt die Polizei für jede einzelne Wohnung, „wo genau wie Geld geflossen ist“. Bis es Ergebnisse gebe, könne es eine Weile dauern, sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Delmenhorst, Desiree Krikkis. Die Eigentumsverhältnisse seien verflochten und kompliziert. Zudem seien straffrechtliche und zivilrechtliche Fragen zu berücksichtigen.

(Mit epd)